Teamstar 2011
Rutschpartie der Handballerinnen auf dem Seifenplatz

Die Handballerinnen von Dietikon-Urdorf besuchten Schlierens Fussballerinnen im Training. Nach zehn Minuten ist klar: Diese Schuhe werden nie mehr eine Halle von innen sehen.

Raphael Biermayr
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Handballerin Martina Brajkovic ist bereit, hinten ihr Trainer Peach Rusert und Fussballerin Isabelle Dreyer.bier

Handballerin Martina Brajkovic ist bereit, hinten ihr Trainer Peach Rusert und Fussballerin Isabelle Dreyer.bier

Peach Rusert, Trainer der 2.-Liga-Handballerinnen von Dietikon-Urdorf, liegt bäuchlings im Schnee, die eigentlichen blauen Hallenschuhe sind weiss. «Ich habe keine Aussenschuhe – aber zum Glück mehrere Paar für drinnen», sagt er schmunzelnd. Rusert ist mit fünf «seiner» Frauen zum Training der NLA-Fussballerinnen nach Schlieren gekommen. Von den sechs ha-ben nur zwei Fussballschuhe: Assistenztrainerin und Spielerin Tamara Schütterle und Martina Brajkovic.

Schütterle hat einen naheliegenden Bezug zum Fussball. Ihr Cousin ist Michael Angstmann, Torhüter des Drittligisten FC Birmensdorf. Er nimmt als moralische Unterstützung einen längeren Augenschein vom Trainingsbesuch. «Tama rief mich an, um zu fragen, was man zum Fussball anzieht», erklärt er. Ebenfalls familiäre Bande knüpfen Alexandra Stocker an die ihr selbst fremden Sportart: Ihr Bruder Manuel spielte als Junior beim FC Dietikon. Und so glänzt auf Alexandras Brust das FCD-Logo im Scheinwerferlicht durch das Schneegestöber. Für Fussballschuhe hat es hingegen nicht gereicht.

Trotz der Rutschpartie Schnee auf Kunstrasen bewirkt einen Seifeneffekt – hängen sich die Gäste rein. So sehr, dass es einiges Lob abwirft. «Die haben Potenzial», stellt Romana Trajkovska bald fest. Und Margaux Kalberer stellt nach einer gelungenen Lauf-Pass-Übung von Astrid Wehrli und Stocker hörbar überrascht fest: «Das war gut.» Überhaupt zeigt sich, dass Handballerinnen durchaus auch zutreten können. Besonders Stocker verblüfft, indem sie die Pässe mühelos beidfüssig spielt. Etwas hölzern wirken die Versuche des Trainerduos Rusert/Schütterle. Der Erstgenannte versteht immerhin die Übungen bald – die richtige Umsetzung ist ein anderes Paar Schuhe.

Manchmal mangelt es aber auch an der Instruktion des neuen Trainers Mircea Schaich. Er ist erst seit kurzem im Amt und muss sich erst zurechtfinden, an diesem Abend auch auf dem Platz, denn die Markierungen für die Übungen sind unter dem Schnee verschwunden. «Jetzt habe ich einen Seich erzählt», gesteht er zwei-, dreimal ein, nachdem er
in fragende Gesichter geblickt hat. Rusert solidarisiert sich mit seinem Amtskollegen: «Das passiert mir manchmal auch.»

Trotzdem ist die Stimmung ausgelassen, die Schlieremerinnen sind erweisen sich als geduldige Gastgeberinnen. Von Schlierens «Zaubermaus» (Schaich) Münevver Akyol gibts ein «Daumen hoch» an die Adresse von Schütterle nach einem Absatztrick. Urgestein Isabelle Dreyer, der verlängerte Arm von Trainer Schaich, klärt Evelyne Bolt darüber auf, dass sie früher nicht Torhüterin gewesen ist. Während des Trainingsmatches lassen die Fussballerinnen den Gästen auch mal den Vortritt. Wohlwissend, dass der Rollentausch noch bevorsteht. Ein Tipp an dieser Stelle: Fussballschuhe in der Halle zu tragen, ist nicht empfehlenswert.