Eishockey
Rückschlag für den EHC Urdorf: Bittere Klatsche in Luzern

Die «Stiere» bekommen in der 2.-Liga-Partie auswärts bei Luzern eine 3:8-Packung – trotz einer frühen 2:0-Führung. Bei den Limmattalern gilt es nun, diese Niederlage schnellstmöglich abzuhaken.

Michel Sutter
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In die Negativ-Spirale geraten: Urdorf mit Tizian Müller (am Puck) steht unter Zugzwang. Lüscher/Archiv

In die Negativ-Spirale geraten: Urdorf mit Tizian Müller (am Puck) steht unter Zugzwang. Lüscher/Archiv

Otto Lüscher

Eigentlich wäre die Szene ja die grosse Chance für Urdorf gewesen, in der Partie gegen Luzern vorentscheidend in Führung zu gehen. Knapp 35 Minuten waren gespielt, als die Heimmannschaft wegen zu vielen Spielern auf dem Eis eine Strafe kassierte. Ein Geschenk für Urdorf, das 2:0 führte und durch diese Strafe alle Trümpfe für ein weiteres Tor in der Hand hatte. So schien es zumindest.

Überraschende Wende

Doch es kam alles anders – überraschend anders. Die «Stiere» waren im Angriff, als ein Befreiungsschlag plötzlich zur Vorlage von Reyan Kücük wurde. Der konnte allein auf Florian Wassmer losziehen und verkürzte auf 1:2. Nicht mal zwei Minuten später dann eine ganz ähnliche Situation: Diesmal profitierte Reto Burkart von einem Zuspiel und startete einen Sololauf. Den ersten Schuss konnte Wassmer noch parieren, gegen den zweiten war er machtlos.

Nach Ausgleich von der Rolle

Urdorf war jetzt völlig von der Rolle. Anderthalb Minuten nach dem Ausgleich liess es Raphael Emmenegger vor dem Tor gewähren, der die Luzerner zum ersten Mal an diesem Samstagabend in Führung schoss. Und während der Stadionspeaker noch den Torschützen zum 3:2 verkündete, traf Marcel Hebler gar zum 4:2.

Kurze Hoffnung im Schlussdrittel

Und so hatte Luzern, das zuvor in sechs Powerplays mehr oder weniger harmlos geblieben war (mal abgesehen von einem Schuss an die Torumrandung von Markus Stock in der 23. Minute), die Partie innert vier Minuten völlig auf den Kopf gestellt.

«Wir haben dieselben Fehler zwei-, dreimal hintereinander gemacht», rang Urdorfs Trainer Daniel Hüni nach der Partie nach Worten. Zwar sei man optimal ins Spiel gestartet, «und auch das dritte Drittel hatte gut begonnen.» Tatsächlich: Serge Haas gelang mit einem satten Schuss schon nach einer halben Minute das 3:4. «Wir glaubten daran, den Rückstand aufholen zu können», gestand Hüni.

Aber der gute Ansatz ging kurz darauf verloren, als Burkart zum 5:3 traf. Was danach folgte, war aus Luzerner Sicht eine Kür, aus der Perspektive der Urdorfer eine Schmach. «Solche Rückschläge sind emotionale Belastungen», erklärte Hüni. «Letztes Jahr wären wir nach einem Zwei-Tore-Rückstand wieder zurückgekommen, aber in diesem Jahr geraten wir dann in eine Negativ-Spirale.»

Patzer von Verzasca nicht genutzt

Dabei hätten die Urdorfer eigentlich befreit aufspielen können, da der direkte Konkurrent um den Klassenerhalt, Valle Verzasca, am Samstagnachmittag gegen Chiasso ein Debakel erlitten hatte. «Ich hatte versucht zu verhindern, dass die Spieler von der Niederlage Verzascas erfahren», meinte Hüni. «Das hat die Spieler eher blockiert, als befreit. Sie standen plötzlich unter Druck und wollten es noch besser machen als sonst.»

Nun geht es für Urdorf darum, nach vorn zu schauen. «Ziel ist nach wie vor der Klassenerhalt», sagte Hüni bestimmt. «Aber wir müssen diese Niederlage erst mal verarbeiten.»

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