Handball
Rückkehrer Ricardo Rüegg: «Die Tore schiessen eher die Mitspieler»

Morgen startet der Erstligist HC Dietikon-Urdorf in die Saison. Die Spieler Raphael Guitton und Ricardo Rüegg sind ein Grund, wieso Trainer Claude Bruggmann glaubt, dass seinem Team der Sprung vom Mittelfeldclub zur Spitzenmannschaft gelingen kann.

Rainer Sommerhalder
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Ricardo Rüegg hat in Dietikon seine handballerische und seine private Heimat gefunden.rs

Ricardo Rüegg hat in Dietikon seine handballerische und seine private Heimat gefunden.rs

Am Kreis soll Raphael Guitton ähnlich viele Tore erzielen wie letzte Saison bei Ligakonkurrent Wetzikon. Im Rückraum soll Ricardo Rüegg die Fäden ziehen und seine Nebenspieler ideal in Szene setzen.

Wenn alles nach Plan läuft und die Verletzungshexe die Stadthalle und die Zentrumshalle in dieser Spielzeit weiträumig umfährt, dann müssten die Tore von Guitton und den beiden Rückraum-Kanonieren Daniel Imhof und Philipp Wallisch den HCDU in vordere Tabellengefilde katapultieren. Dies ist durchaus ein realistisches Szenario, denn in der letzten Saison waren Treffer vom Kreis kaum ein Faktor, fiel Wallisch verletzungsbedingt drei Monate aus und musste sich Topskorer Imhof zu oft im Alleingang in Abschlussposition bringen.

Ein Haar in der Suppe

«Dies ist nun definitiv nicht mehr der Fall», sagt Rüegg, der wie Guitton Erfahrung aus der NLA mitbringt. Für den 25-Jährigen ist es eine Rückkehr ins Team. Bereits von 2008 bis 2010 spielte er drei Jahre lang beim HCDU, ehe er auf letzte Saison hin bei GC/Amicitia nochmals den Sprung in eine höhere Liga wagte. Doch die unerwartet grosse Wirkung einer kleinen Ursache – Rüegg fiel wegen eines eingewachsenen Haars monatelang aus – machte ihm einen Strich durch die Rechnung. Die Saison war im wahrsten Sinne des Wortes am Arsch.

Rüegg will der Leader sein

Weil der Haustechnik/Sanitär-Planer vor allem menschlich beste Erinnerungen an seine Jahre beim HCDU hat, war die Entscheidung zur Rückkehr schnell gefällt. Mit der Bedingung, dass er im Gegensatz zum Rest des Teams nur zwei Trainings pro Woche bestreitet. Denn Rüegg absolviert derzeit die Technikerschule in Zürich. «Ich passe den Sport der Schule an und nicht umgekehrt», zeigt er Konsequenz. Auch wenn der neue Regisseur sagt, er habe im Handball keine grossen Ambitionen mehr, so sieht er seine Rolle im Team doch «als Leader, der das Team auf und neben dem Feld anführt».

Dieser scheinbare Widerspruch zwischen persönlichem Ehrgeiz und tragender Rolle zeigt sich auch bei seinen Skorerwerten. «Ich war nie einer, der viele Tore schiesst. Aber ich bin einer, der seine Mitspieler dazu bringt, Tore zu schiessen», sagt Rüegg, der auch privat sein Glück im Limmattal gefunden hat und vor einem halben Jahr von der Stadt Zürich zu Freundin Angela nach Dietikon gezügelt ist.

Auftakt gegen NLB-Absteiger

Zum Auftakt spielt der HCDU morgen Samstag gegen den unberechenbaren NLB-Absteiger Arbon. Weil Guitton noch nicht einsatzberechtigt ist und Wallisch eine Sperre absitzt, rechnet Claude Bruggmann mit einem knappen Ausgang der Partie. Eng wird es für Rüegg so oder so. Um 16 Uhr ist in Zürich die Schule aus, um 17 Uhr in der Zentrumshalle Urdorf Anspiel. LiZ-Tipp 23:23