Sprint
Rolf Malcolm Fongué: «Gefühl von Wut und Freude»

Der Dietiker 100-Meter-Läufer Rolf Malcolm Fongué startet neben der Staffel auch einzel an den Europameisterschaften in Helsinki. Der 24-Jährige verbesserte in Bulle seine Bestleistung von 10,47 Sekunden zunächst im Vorlauf auf 10,42 und schliesslich im Final auf 10,25 Sekunden. Es ist die viertschnellste je gelaufene Zeit eines Schweizers.

Raphael Biermayr
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Rolf Malcolm Fongué lief die viertbeste Schweizer Zeit über 100m die je gelaufen wurde.

Rolf Malcolm Fongué lief die viertbeste Schweizer Zeit über 100m die je gelaufen wurde.

Rolf Malcolm Fongué, sind jetzt auch die Olympischen Spiele ein Thema für Sie?

Die waren schon vor Beginn dieser Saison ein Ziel. Jetzt sind sie nähergerückt. Davon lasse ich mich aber nicht unter Druck setzen, sondern nehme Lauf für Lauf. Ich habe viele Jahre den Fehler gemacht, mich auf Zeiten festzulegen.

Was ging Ihnen durch den Kopf, als Sie die Zeit von 10,25 Sekunden aufleuchten sahen?

Ich hatte meine vorherige Bestzeit mit 18 aufgestellt und war ihr seit- her hinterhergelaufen. Dementsprechend war es ein emotionaler Moment für mich, im ersten Moment erlebte ich ein Gefühl von Wut und Freude. Im Nachhinein bin ich extrem gelassen, ich merke, dass mir ein Stein vom Herzen gefallen ist. Es läuft zum ersten Mal nach Plan.

Wie erklären Sie sich diese Leistungssteigerung?

Ich war schon die Tage zuvor gut drauf, lief unter der Woche in Jona sogar in strömendem Regen. Die Zeit war natürlich nicht sehr gut, doch ich hatte danach ein gutes Gefühl, darum startete ich spontan am Samstag in Thalwil, wo mir bei Gegenwind 10,55 gelangen. Da wusste ich, dass am Sonntag etwas möglich ist.

Es muss eine besondere Genugtuung für Sie gewesen sein, die direkte Konkurrenz im gleichen Rennen zu schlagen.

Natürlich, aber ohne sie wäre ich wahrscheinlich nicht so schnell gewesen. Ich wusste nach dem Vorlauf, in dem mir der Start nicht gelungen war, dass ich Reserven habe.