Leichtathletik

Rolf Malcolm Fongué und das Potenzial – werden sie doch noch Freunde?

Rolf Malcolm Fongué

Rolf Malcolm Fongué

Radikale Veränderungen haben dem Dietiker 100-Meter-Läufer neues Selbstvertrauen eingeflösst. Nun peilt er gar wieder die Limite für die Olympischen Spiele 2016 an - die weit unter seiner Saisonbestleistung liegt.

Der 27-jährige Dietiker Rolf Malcolm Fongué bringt die körperlichen Voraussetzungen mit, um in der Schweiz ganz vorn dabei zu sein. Sein Konkurrent Amaru Schenkel sagte einmal, dass er Fongué für den Schweizer mit den besten Voraussetzungen halten würde. Doch bislang stand meistens die Erkenntnis, dass er sein Potenzial nicht ausschöpfen konnte.

2012 schien der Knoten geplatzt, als er auf der Turbobahn von Bulle in 10,25 Sekunden so schnell lief wie nie zuvor. Doch das war nur ein Ausreisser nach oben. Die Regel waren 40-er oder 50-er-Zeiten, womit er weit entfernt war von den Besten. Immer wieder wurde ihm Trainingsfaulheit attestiert. Fongué verlor den Glauben an sich. Als die vergangene Hallensaison sich als «die schlechteste ever» herausstellte, machte es endgültig den Anschein, als würde seine Sportlerkarriere auslaufen.

Ambitioniertes Ziel für den Limmattaler

Heute spricht Fongué von der Limite für die Olympischen Spiele 2016. Die liegt bei 10,16 Sekunden. Dieses Ziel ist – vorsichtig ausgedrückt – sehr ambitioniert für den Limmattaler, dessen Bestwert in der aktuellen Saison bei 10,43 Sekunde liegt. Es verdeutlicht aber, dass sein Selbstvertrauen wieder zurück ist.

Das hat mit Veränderungen zu tun, die Fongué nach der Stagnation in den letzten beiden Jahren vorgenommen hat. Er wechselte den Trainer und fährt nun wöchentlich für ein paar Tage nach Stuttgart, wo er in der von Sven Rees geführten Gruppe trainiert. Dazu gehört auch der Schweizer Rekordhalter Alex Wilson. Die restlichen Tage arbeitet Fongué als Personal Trainer. «Das ist eine optimale Situation für mich», sagt er glücklich.

Schwierigkeiten mit der Staffel

Alles andere als zufriedenstellend ist hingegen die Lage der Staffel über 4 x 100 Meter. Fongué ist nach dem Rücktritt von Schenkel und der Suspension von Wilson zu Beginn der Saison zwar zum Leader aufgestiegen. Doch ohne die Genannten darbt die Equipe und hat die Qualifikation für die WM in Peking verpasst. «Wir sind nicht Amerika oder Jamaika – bei uns müssen die Schnellsten zwingend laufen», sagt Fongué. Er habe in dieser Angelegenheit bereits das Gespräch mit Staffeltrainer Laurent Meuwly gesucht.

Getting there slowly

Posted by Rolf Malcolm Fongué on Thursday, June 25, 2015

Rolf Malcolm Fongué während eines Trainingslaufs

An der dominanten Persönlichkeit des Romands entbrannte ein Machtkampf mit den Alphatieren Schenkel und Wilson, der schliesslich zum Zerwürfnis führte. Es wird interessant zu verfolgen sein, ob Fongué die beiden Lager vereinen kann.

Vorerst persönlicher Erfolg im Zentrum

Zunächst geht es für ihn und seine Konkurrenten um den persönlichen Erfolg. Am Freitag steht an den Schweizer Meisterschaften in Zug die 100-Meter-Konkurrenz auf dem Programm. Fongué gewann von 2010 bis 2012 dreimal in Folge die Goldmedaille. Allerdings ist er den Beweis schuldig, dass er Wilson und Schenkel in einem Rennen schlagen kann: Die beiden waren in seinen Meisterjahren aufgrund Abwesenheit und/oder infolge Verletzungen nicht in den Finals vertreten.

Wer wie Fongué nächstes Jahr in Rio starten wird, muss einerseits gegen die schnellsten Schweizer laufen, um eine Topzeit realisieren zu können – und sie andererseits hinter sich lassen.

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