Triathlet
Rekrut Rhyner: Via Magglingen an die Olympischen Spiele

Der Urdorfer Patrick Rhyner absolviert derzeit die Sportler-RS in Magglingen. Das Aufgebot in den erlesenen Kreis hat sich der Triathlet mit starken Leistungen in diesem Jahr verdient.

Daniel weissenbrunner
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Rekrut Rhyner blickt auf anstrengende Wochen und eine erfolgreiche Saison zurück. dws

Rekrut Rhyner blickt auf anstrengende Wochen und eine erfolgreiche Saison zurück. dws

Daniel Weissenbrunner

So sieht also das Ende Welt aus: Draussen strahlender Sonnenschein, klirrende Kälte, die Sicht frei auf die Berner Alpen. Drinnen, angenehme Raumtemperatur, Top-Infrastruktur und eine Schar von Sportlern, die Gewichte stemmt, die Sprints absolviert, die auf den Hometrainern durchdreht. Mit der Schilderung von Fernando Solanas «El Fin del Mundo» im Film «El Viaje» hat diese Szenerie freilich wenig gemein.

Und dennoch: Die rund 20 Sportler, die an diesem Morgen im verschneiten Magglingen in der End der Welt-Halle ihr Programm abspulen befinden sich ebenfalls auf einer Reise. Sie absolvieren die 18-wöchige Sportler-RS. Zu ihnen gehört auch Patrick Rhyner. Der Urdorfer, der mit seinen Eltern mittlerweile in Rifferswil lebt, gehört zum erlauchten Kreis förderungsberechtigter Sportler, welche während der Rekrutenschule ihre Karriere integral weiter vorantreiben können. «Für mich ist damit ein Traum in Erfüllung gegangen», sagt der 24-Jährige.

Ins B-Kader aufgerückt

Dass es alles andere als selbstverständlich ist, ins Spitzensport-Programm aufgenommen zu werden, weiss Rhyner nur zu gut. Seine Geduld war gefragt. «Vor rund drei Jahren hatte ich in Magglingen mit den Verantwortlichen das erste Gespräche.» Damals entsprach sein Leistungsstand noch nicht dem Anforderungsprofil für eine Aufnahme. Nun hat es geklappt. Zu recht, wie die Resultate in dieser Saison belegen. Rhyner hat regelmässig aufgezeigt, dass er über ein grosses Potenzial verfügt. Er gewann den Schweizermeistertitel im Supersprint, er belegte am Weltcup im mexikanischen Cozumel den 9. Rang. Swiss Triahtlon belohnte Rhyner diese Woche mit der Beförderung ins B-Kader, jene Athleten mit Top-10-Niveau an Weltcuprennen, so der Status.

Nach Angewöhnungsproblemen hat sich Patrick Rhyner bestens eingelebt. Der wenige Schlaf während der Grundausbildung machten im anfänglich zu schaffen. «Da musste ich ein wenig beissen.» Etwas, dass ihm vom Triathlon nicht fremd ist. Stellvertretend für seinen eisernen Willen steht das Rennen in Cozumel, als er seine Grenzen ausreizte, bis er 200 Meter vor dem Ziel das Bewusstsein verlor. «Von da an wusste ich nichts mehr.» Aufgewacht ist er im Sanitätszelt.

Patrick Rhyner ist entschlossen, die lange Tradition erfolgreicher Schweizer Triathleten wie Reto Hug, Oliver Marceau und natürlich Sven Riederer weiterzuführen. Vom Know-how des Olympia-Medaillengewinners in Athen will Rhyner künftig verstärkt profitieren. Zu diesem Zweck wird er nach der RS im Leistungszentrum in Wallisellen, dem Wohnort von Riederer, seine Zelte aufschlagen.

Fernziel Rio

Seinen Karrierefahrplan hat der Limmattaler präzis ausformuliert und steht auf seiner Homepage schwarz auf weiss geschrieben. Patrick Rhyner will sich einen Startplatz an den nächsten Olympischen Spielen 2016 in Rio sichern. Es ist ein ehrgeiziges Vorhaben, das weiss er selber. In Magglingen will der Modelathlet einen weiteren Grundstein legen, damit er in zweieineinhalb Jahren am anderen Ende der Welt, in Südamerika, seinen grossen Traum verwirklichen kann.