Klettern
Rebecca Stotz ist auf Klettertour nach Paris

Auf die Urdorfer Sportkletterin Rebecca Stotz (Bild) warten herausfordernde Tage. Die 19-Jährige absolviert bei ihrer zweiten WM-Teilnahme in der Elite das komplette Programm mit der Overall-Wertung.

Merken
Drucken
Teilen

In den Disziplinen Speed, Bouldern und Lead möchte sie von heute Mittwoch bis Sonntag in Paris zumindest ins Halbfinale der besten 20 vordringen. Beim Lead sieht sie die grössten Chancen, für das Speed-Klettern hat sie in der Vorbereitung am wenigsten Zeit investiert.

Bei teilweise mehreren Einsätzen am Tag bleibt kaum Gelegenheit für ausführliches Sightseeing. Anstatt auf den Eiffelturm kraxelt Stotz in der Kletterhalle. In zwei Wochen wird sie sich dann in Spanien als Abwechslung wieder einmal an einem «echten» Felsen versuchen. «Schliesslich habe ich in meinem Zwischenjahr genügend Zeit dazu», sagt die 19-Jährige, die im Sommer erfolgreich die Fachmatur Gesundheit bestanden hat.

Wenn es im kommenden Januar mit der Aufnahmeprüfung klappt, will Stotz nach ihrem Zwischenjahr in Winterthur die vierjährige Ausbildung zur Physiotherapeutin in Angriff nehmen. Ihr kommt gelegen, dass der Aufnahmetest zeitlich genau in der Saisonpause der Sportkletterer liegt. Bis dahin «arbeitet» die frisch gekürte Schweizer Meisterin im Lead-Klettern an ihrer Autoprüfung und gibt im Kletterzentrum Gaswerk in Schlieren Unterricht.

Daneben blieb genügend Zeit, um so professionell vorbereitet wie noch nie an einen Grossanlass zu reisen. Ihr Mammutprogramm an der WM bereitet Stotz keine Kopfschmerzen. «Das Training ist immer intensiver als ein Wettkampf. Ein grösseres Problem bleibt die Müdigkeit im Kopf, wenn man sich stundenlang in der Halle auf den Einsatz konzentriert. Es ist eine Kunst, genau auf den Punkt die beste Leistung abzurufen», sagt die Limmattalerin.

Damit dies gelingt, braucht es eine innere Anspannung. «Ich bin vor dem Einstieg in eine Route ziemlich nervös», sagt Stotz, sieht dies aber nicht als Nachteil. Ansonsten bringt sie mit der Teilnahme an rund einem Dutzend internationaler Wettkämpfe pro Jahr genügend Erfahrung mit, um sich auch an einem Mega-Event wie der WM mit 600 Wettkämpfern aus 60 Ländern zu behaupten, selbst wenn Rebecca Stotz sagt: «Das Niveau ist in den letzten Jahren stetig gestiegen, vor allem das Mittelfeld ist viel dichter als früher.» (rs)