Wasserball

Ratko Rapaic: Eine Wasserratte träumt von der NLA

Zwei Wasserratten auf einen Blick: Ratko Rapaic liebt seinen Sport.

Zwei Wasserratten auf einen Blick: Ratko Rapaic liebt seinen Sport.

Nach der enttäuschenden Vorsaison startet Dietikon morgen in die 1.-Liga-Saison. Vordergründig bleiben die Probleme der Dietiker zwar dieselben, doch innerhalb des Teams hat sich einiges verändert.

Er ist so erfrischend, wie man sich einen Sprung ins kühle Nass vorstellt: Trotz des ernüchternden letzten Platzes aus der vergangenen Spielzeit sieht man dem jungen Ratko Rapaic sofort an, wie sehr er sich auf die anstehende Saison freut. «Im Vorjahr war es etwas schwierig, weil wir zum ersten Mal zwei Mannschaften (1. und 2. Liga, d. Red.) stellten und die Doppelbelastung für die meisten Spieler einfach zu viel wurde», sagt der 17-Jährige und ergänzt: «Man merkte, wie die Motivation immer mehr schwand.»

In der Tat hatten die Dietiker mit zunehmender Dauer der Saison immer mehr Absenzen zu beklagen, was sich dann auch in negativen Resultaten widerspiegelte. Hinzu kamen die vielen Auswärtsspiele – als Aufsteiger mussten die Limmattaler gegen jedes Team zweimal auswärts antreten, bei nur einem Heimspiel. Dass sich Letzteres nicht ändern wird, stört Rapaic nur bedingt: «Immerhin sind jetzt die Spiele etwas besser verteilt und wir müssen nicht mehr bis zu vier Partien pro Woche bestreiten.»

Von Erfahrenen profitieren

Seine eigenen Stärken sieht der Schweizer mit serbischen Wurzeln vor allem im schwimmerischen Bereich, weshalb er sich auf der Flügelposition am wohlsten fühlt. Schliesslich war er schon immer eine Wasserratte: Seit der 2. Klasse besucht Rapaic einen Schwimmkurs, was ihm aber irgendwann zu langweilig wurde. Es fehlten die Teamkollegen und vor allem ein Ziel vor Augen, zum Beispiel ein Tor. «Obwohl Toreschiessen Spass macht, wollte ich nie Fussball spielen. Dort habe ich überhaupt kein Talent», bemerkt der Gymnasiast lachend.

So fand Rapaic 2010 den Weg in die Anfängergruppe des WSCD, wo er erste Wasserball-Erfahrungen sammeln konnte. Dank einem Veto des Spieler-Präsidenten Stefan Sauter gelangte der junge Schwimmer drei Jahre später ins Kader der ersten Mannschaft. «Ich wurde sofort gut aufgenommen, die Stimmung im Team war damals wie auch heute hervorragend», erinnert sich der Jüngste im 1.-Liga-Kader.

Obwohl nicht viele in seinem Alter bereits in einer Aktiv-Mannschaft mitspielen durften, fühlt sich Rapaic noch lange nicht für höhere Aufgaben geboren. Regelmässig holt er sich Tipps von Spielern wie Sauter, der seit über 20 Jahren im Verein tätig ist. «Es ist toll, wie die Älteren im Team ihre Erfahrungen teilen. Davon profitiere ich unglaublich viel», so Rapaic.

Ohnehin kommt ein Wechsel für den Dietiker nicht infrage, schliesslich erfreut er sich an einem Trainingsweg von knapp zehn Minuten. Ehrgeizig zeigt sich das Talent dennoch: «Es wäre natürlich schon schön, mit dem WSCD in der NLA zu spielen.» Zuerst gilt es aber in der aktuellen Spielklasse einen Schritt vorwärtszumachen, was bereits alles ausser die rote Laterne wäre. In Rapaics jugendlicher Unbekümmertheit klingt das dann so: «Auch wenn der Aufstieg noch etwas schwierig ist: Wir wollen so weit vorne mitspielen wie möglich.»

Meistgesehen

Artboard 1