Fussball
Rahel Kiwic - der Limmattaler Fels im Schweizer Abwehrbollwerk

Nach vier Siegen in Folge und einem Torverhältnis von 17:0 hat sich die Schweizer Frauennationalmannschaft in der Gruppe 3 der WM-Qualifikation zum Favoriten gemausert.

Chantal Fimian
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Nationalspielerin Rahel Kiwic (rechts) vom FC Zürich.

Nationalspielerin Rahel Kiwic (rechts) vom FC Zürich.

KEYSTONE

Gleich mit 5:0 bodigten die Schweizerinnen diese Woche Israel. Mitten drin statt nur dabei ist auch die Dietikerin Rahel Kiwic. Die Spielerin des NLA-Teams des FC Zürich ist ein fester Bestandteil der Nationalmannschaft. Bis jetzt stand die Innenverteidigerin in jedem Qualifikationsspiel über die volle Spielzeit im Einsatz und trug so massgeblich zur weissen Weste der Schweizerinnen bei. «Wir haben als Team zusammengefunden und spielen momentan sehr konstant. Wir stellen uns auf jeden Gegner ein und arbeiten konzentriert», analysiert die 23-Jährige die Erfolgsserie.

Als Innenverteidigerin ist sie stolz darauf, noch kein Gegentor kassiert zu haben. «Die Stürmerinnen machen bereits die Räume eng und das Mittelfeld leistet gute Defensivarbeit», freut sich Kiwic. Besonders beachtlich sind auch die beiden Siege auswärts gegen die Mitfavoritinnen aus Island (2:0) und Dänemark (1:0): «Dänemark ist eine spielstarke Mannschaft und hat uns mit seinem Passspiel immer wieder vor Probleme gestellt. Natürlich war beim Sieg auch ein wenig Glück dabei, aber letztlich waren wir effizienter.»

Sechs Spiele stehen noch aus. Die Eidgenossinnen dürfen sich, trotz sechs Punkten Vorsprung und vier zu bestreitende Heimspielen, nicht zu sicher wähnen. Denn noch ist alles möglich. «Die Ausgangslage ist schnell verspielt. Wir dürfen nicht nachlassen und denken, dass alles von alleine geht. Der Kopf ist entscheidend und wir müssen alles geben», warnt Kiwic.

Ihrer Rolle im Team, gespickt mit gestandenen Nationalspielerinnen, ist sie sich durchaus bewusst. Im Moment bekomme sie viel Einsatzzeit, doch sie müsse immer wieder ihre Leistung bringen, damit sie den Platz im Team verdiene, so die 1.86-m-Hünin. Ein Kopfballtor konnte sie trotz ihrer überdurchschnittlichen Grösse für die Nationalmannschaft noch nicht erzielen. «Dies ist mein persönliches Ziel, aber die Qualifikation für die WM in Kanada ist natürlich wichtiger», sagt die Studentin.

Eine Weltmeisterschaft wäre für den Frauenfussball in der Schweiz ein Novum. Nie zuvor ist es einer A-Nationalmannschaft gelungen, sich an einer WM-Endrunde messen zu können. Nun könnte das Team um Trainerin Martina Voss-Tecklenburg Geschichte schreiben. Beinahe mühelos scheinen die Schweizerinnen nach Kanada zu spazieren. Das erspielte Selbstvertrauen zeigt sich auch in der Aussage Kiwics: «Wir werden für die Weltmeisterschaft im nächsten Jahr reif sein. Aber es gibt noch viel zu tun und wir müssen weiterhin hart an uns arbeiten.»