Cross
Querfeldein-Lauf eines Jungtalents bis zur U20-EM in Bulgarien

Die erst 16 Jahre junge Urdorferin Lara Alemanni startet dieses Wochenende an die U20-EM. Somit ist sie die jüngste Teilnehmerin des Events und läuft zum ersten Mal im Natidress. Das Lauftalent hat eine steile Sportkarriere hinter sich.

Irene Müller
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Lara Alemanni (violettes T-Shirt) bei einem Cross-Lauf in Darmstadt.

Lara Alemanni (violettes T-Shirt) bei einem Cross-Lauf in Darmstadt.

athletix.ch

Wenn man Lara Alemanni fragt, wie sie es schafft, sich mit ihren gerade mal 16 Jahren für eine U20-EM zu qualifizieren, lacht sie erst einmal nur und zuckt mit den Schultern. «Ich bin mir halt Grasgelände gewohnt vom Fussball. Vielleicht liegt es an dem», fügt die Schweizer Meisterin von 2012 und 2014 im Cross, also auf gut Deutsch Querfeldeinlauf über zirka 4 km, dann aber doch noch hinzu. Die aufgeweckte Lara Alemanni hat erst vor zwei Jahren angefangen, diesen Sport zu trainieren. Vorher hatte sie allerdings alles andere als auf der faulen Haut gelegen.

Lara Alemanni war von klein auf sehr sportbegeistert und hat bereits einige Sportarten hobbymässig ausgeübt. Fussball hat sie aber bisher am längsten begleitet. Schon als Mädchen habe sie ab und an mit den Jungs draussen gespielt und sie hatte lange den Traum, Profi-Fussballerin zu werden. Nach einigen Jahren beim FC Urdorf konnte sie zu ihrem heiss begehrten FC Zürich wechseln.

In dieser Zeit fing sie nebenbei an, an diversen Läufen teilzunehmen und sich auch für den Laufsport zu begeistern. Als sie jedoch eine Sportlehre im KV begann, musste sich Alemanni auf eine Sportart festlegen. Es wurde ihr Leichtathletik empfohlen und sie tat wie geheissen.

Schon im Fussball eine Läuferin

Bereut hat sie diesen Entscheid bisher nie. «Der Laufsport ist mittlerweile eine mindestens so grosse Leidenschaft wie früher der Fussball geworden.» Und sie ist um einiges erfolgreicher: «Im Fussball fehlte mir einfach die Technik. Ich machte immer alles mit meinen Läufen auf dem Spielfeld wett», erzählt Alemanni.

Nun hat sie ihren Sport gefunden und ist mehr als glücklich damit. Die grösste Umstellung vom Fussball zum Laufsport sei gewesen, nicht mehr immer in Intervallen zu rennen, sondern alles auf einmal zu geben. «Cross macht mir riesigen Spass. So ein Lauf quer durchs Gelände ist halt abwechslungsreicher, als 3000 Meter auf einer Tartanbahn Runde um Runde zu laufen.»

Im Sommer trainiert sie vor allem für die Bahnsaison. Cross machen die Leichtathleten hauptsächlich im Winter, um die Zeit bis zur Sommersaison zu überbrücken. Vom Frühling bis im Herbst trainiert Lara Alemanni wie jeder andere Mittelstreckenläufer für die 1500- und die 3000-Meter-Rennen auf der altbekannten Tartan-Rennbahn.

Internationaler Ehrgeiz

Was ihre Ziele für die Zukunft sind? «Einfach immer schneller werden», sagt Alemanni schmunzelnd. Das beweist den Ehrgeiz des jungen Lauftalentes. Sie freut sich sehr auf das EM-Rennen in Bulgarien. Es sei aufregend, wenn jemand vor ihr rennt. «Wenn ich an vorderster Position renne, gehe ich an das Limit. Wenn noch jemand vor mir rennt, gehe ich vielleicht drüber. Nur so kann ich meine Grenzen herausfinden.»

Abgesehen von der internationalen Konkurrenz werden die Klimabedingungen eine zusätzliche Herausforderung des EM-Rennens darstellen. Auf hohen 1400 Meter über Meer wird für den Lauf Schnee erwartet. Ziele hat Alemanni keine speziellen für das Rennen und will einfach ihr Bestes geben. Als jüngste Teilnehmerin der U20Meisterschaft steht für sie erst einmal im Fokus, Erfahrungen zu sammeln. Auch ist es für sie ein besonderer Reiz, wieder einmal als Mitglied eines Teams, der Schweizer Nationalmannschaft, zu starten.