Spielerisch waren die Frauen des NLA-Absteigers Schlieren dem NLB-Aufsteiger Rapperswil-Jona über weite Strecken des Spiels überlegen. Einzig in den letzten Minuten passte bei den Gästen nichts mehr zusammen. Ersatzspielerin Céline Glarner nutzte die Gunst der Situation und sorgte mit zwei Toren innerhalb von vier Minuten für ein schmeichelhaftes Unentschieden.

Obwohl die Limmattalerinnen zurzeit ohnehin mit einem ganz schmalen Kader auskommen müssen, fehlte mit Sanja Mijovic noch zusätzlich eine wertvolle Stütze. «Im Startspiel gegen Malters zog sich die dreifache Torschützin einen Muskelfaserriss im Adduktorenbereich zu und wird dem Team zwischen vier und sechs Wochen nicht zur Verfügung stehen», klagte Schlieren-Trainer Dominik Stutz.Und dass die wirblige Knipserin im Abschluss bitter fehlte, zeigte die eine um die andere Szene vor dem Tor des Gastgebers. Trotzdem bemühte sich die ganze Mannschaft, dieses Manko wettzumachen, allen voran Münever Akyol, die auf der linken Platzseite ackerte und viel Zug im Spiel nach vorne brachte. Obwohl Talent Akyol infolge Ferien nur bedingt an der Saisonvorbereitung mitwirkte, zeigte sie sich in einer guten Verfassung. «Sie befindet sich in einem Lehrprozess, der sehr positiv anschlägt und ich bin zuversichtlich, dass sie dies schon bald auch auf dem Platz umsetzen kann», ist Trainer Dominik Stutz überzeugt.

Im Abschluss gesündigt

Es ist eine alte Fussballer-Weisheit: Wer die Tore vorne nicht schiesst, der bekommt hinten welche. Es waren wie Filmrisse in der Mannschaft des FC Schlieren, da ging plötzlich gar nichts mehr. Und dies meist nach einer Druckphase. «Die Mannschaft hat oft gezeigt, dass sie gute Ideen hat. Wir waren im Abschluss zu wenig konsequent und haben gesündigt», sagte Trainer Stutz schonungslos. So lässt sich auch der erste Gegentreffer in der 30. Minute erklären, als ein hoher Ball mit etwas Windunterstützung plötzlich hinter Torfrau Christine Schärer ins Tor plumpste. Wichtig war aber auch, dass noch vor der Pause einer der vielen Vorstösse von Münever Akyol belohnt wurde, indem sie den Ausgleich erzielen konnte.

Im zweiten Umgang machte Schlieren dort weiter, wo es vor der Pause aufgehört hat. In der 49. Minute erzielte Milena Vujovic per Foulpenalty die Führung und zwanzig Minuten später doppelte Vujovic nach einer Hereingabe von Jessica Berger gleich nach. «Schlieren hat unsere Stellungsfehler ausgenutzt. Zusätzlich profitierten sie von unseren Fehlpässen und unserer Naivität», meinte Rapperswil-Jona-Trainer Bruno Wächter. Auch wenn das Unentschieden fast wie ein kleiner Sieg daherkommt, so richtig freuen mochte sich Wächter dann doch nicht. Bei Schlieren musste man sich indes nicht wundern, dass nach Spielschluss die eine oder andere Wasserflasche gegen die Auswechselbank knallte und sich in Einzelteile auflöste – zu gross war die Enttäuschung, den Sieg sprichwörtlich auf den letzten Metern noch eingebüsst zu haben. «Wir müssen an der Kontinuität für ein breiteres Kader arbeiten. Es darf nicht sein, dass ich am Spieltag noch Spielerinnen aus anderen Mannschaften aufbieten muss», sagte Stutz unmissverständlich.

Am Sonntag gegen Baden

Erholung und ein wenig Taktik stehen für die kommenden Tage auf der «To-do-Liste». Denn schon am Sonntag wartet mit Tabellenführer FC Baden eine weitere grosse Bewährungsprobe auf die Limmattalerinnen.