Ein Aufstieg ist schön. Doch zeitigt er auch immer Opfer. Wer wenige Monate zuvor noch einer der Teamstützen war, kann sich plötzlich auf der Bank wiederfinden, weil der Verein neue Spieler verpflichtet hat, um den neuen Ansprüchen gerecht zu werden. Das jüngste Beispiel dafür ist Sefket Hani.

Der 24-Jährige ist vom FC Dietikon (2. Liga interregional) bis zur Winterpause nach Wollishofen (2. Liga regional) ausgeliehen worden, auf eigenen Wunsch. Mit Stefan Kohler und Naim Haziri wurden gleich zwei Ex-Profis geholt, die auf seiner Position im defensiven Mittelfeld spielen können. Mit Luca Figlioli steht ihm dazu noch ein Akteur mit 1.-Liga-Erfahrung vor der Sonne.

Interessen gehen auseinander

«Ich war der Ansicht, dass ich zum Stamm gehören musste, der Trainer sah das anders, er entscheidet. In dieser Situation musste ich Konsequenzen ziehen», erklärt Hani ohne jede Bitterkeit in der Stimme. Die Spieler, auch die Neuzuverpflichtungen, seien «tolle Jungs», er nehme das sportlich hin und wolle in der Rückrunde das Gespräch mit FCD-Sportchef Pietro Iellamo und -Trainer Goran Ivelj suchen, um die Situation neu zu beurteilen.

«Enttäuscht bin ich natürlich ein wenig», sagt Hani, der mit siebeneinhalb Jahren im Fanionteam der dienstälteste Dietiker war, «aber ich werte das nicht als Undankbarkeit. Goran war immer offen zu mir, wollte mich auch weiterhin im Team. Da ich aber spielen möchte, gehen unsere Interessen auseinander.» Sportchef Pietro Iellamo bedauert Hanis Entscheidung: «Er ist mit seiner Art für jedes Team wichtig. Ich bin überzeugt, dass er mindestens in jedem zweiten Match hätte spielen können.»

«Bin immer noch ein Teil davon»

Den Sieg gegen Wettingen am vergangenen Samstag erlebte der in der Finanzbranche tätige Limmattaler als Zuschauer mit. «Ein seltsames Gefühl ist das schon», beschreibt er, «doch obwohl ich nicht mehr auf dem Platz oder der Bank bin, sehe ich mich noch als Teil der Mannschaft – ich wünsche den Jungs viel Glück für die nächsten Spiele.» Ihn selbst erwartet mit dem zweitletztplatzierten Wollishofen eine Spielklasse tiefer Abstiegskampf. Dass er für die Stadtzürcher aufläuft, erklärt sich dadurch, dass mit Selcuk Sasivari und Ardian Sherifi zwei Kumpels aus früheren Dietiker Zeiten dort agieren. Morgen gibts ausserdem ein Wiedersehen mit anderen Altbekannten, geht es doch für die Ex-Dietiker in eine Art «Privatderby» gegen das letztplatzierte Urdorf (siehe Box). Hani muss allerdings bis zum letzten Moment hoffen, dass seine Spielberechtigung eintrifft.