Timo lächelte und fuhr zu seinen Teamkollegen. Er, einer der Kleinsten auf dem Eis, hatte in der Partie seiner Flying Lions aus Uitikon gegen die Mannschaft Ottos gerade wieder einen herrlichen Treffer erzielt. Nun wollte er mit einigen seiner Mannschaftskameraden abklatschen, doch diese reagierten nicht auf Timos Geste. Zu sehr waren sie darauf fokussiert, das Gleichgewicht auf der glitschigen Unterlage nicht zu verlieren.

Die Flying Lions waren eines von insgesamt 25 Teams, das im Rahmen der Postfinance Trophy, einem Schülerturnier, am Sonntag auf der Urdorfer Kunsteisbahn Weihermatt um Puck und Punkte kämpfte. Aber nicht nur darum, sondern auch um die Qualifikation für die Halbfinals, von denen eins am 19. Januar ebenfalls in Urdorf ausgetragen wird.

215 Schülerinnen und Schüler im Alter zwischen 5 und 14 Jahren aus dem Limmattal, aber auch aus Gemeinden am Zürichsee, dem Zürcher Unterland und sogar aus Küssnacht am Rigi hatten sich für das Turnier angemeldet. Damit waren es nochmals deutlich mehr als im vergangenen Jahr, als 150 Nachwuchsspielerinnen und -spieler auf dem Eis waren. «Als wir vor zwei Wochen erfuhren, wie viele Teams sich angemeldet hatten, waren wir doch sehr überrascht», sagte Thomas Suter, OK-Chef des Turniers.

«Wir mussten die Kategorien in Blöcke aufteilen, damit höchstens 150 Kinder gleichzeitig in der Garderobe sind.» Mehr, sagte Suter, wäre aus Kapazitätsgründen nicht gegangen. «Sonst hätten wir womöglich Zelte aufstellen müssen», sagte er und lachte. «Aber wir sind froh, dass wir das nicht tun mussten.»

Turnierzeit verlängert

Wegen des Ansturms auf das Turnier, bei dem die Partien nur auf einem Drittel des ursprünglichen Eishockeyspielfeldes ausgetragen werden und jeweils zweimal zehn Minuten dauern, mussten auch die Spielzeiten erweitert werden. Ursprünglich wäre vorgesehen gewesen, dass sämtliche Partien von 8 bis 14 Uhr ausgetragen werden. Stattdessen wurde die Spielzeit ausgedehnt: Die ersten Spiele begannen schon um 7.30 Uhr, die letzten endeten um 16 Uhr. Damit mussten die Organisatoren unter anderem die Helfer neu einteilen und den Spielplan ändern.

Besonders viele Mannschaften nahmen in der Kategorie A teil. Hier hatten sich zehn Teams angemeldet, von denen sich nur eins für den Halbfinal im Januar qualifizieren konnte. «Das ist schade für die anderen neun Mannschaften», sagte Suter.

Kunsteisbahn geschlossen

Auch für diejenigen, die am Sonntag gerne eine Runde auf dem Eis gedreht hätten, hatte die Verlängerung des Turniers Auswirkungen. So blieb die Kunsteisbahn, die von 14 bis 16.30 Uhr eigentlich zum Schlittschuhlaufen freigegeben gewesen wäre, für die Öffentlichkeit geschlossen. «Da müssen wir uns bei der Gemeinde, aber auch beim Eismeister bedanken, dass sie uns entgegengekommen sind», sagte Urs Wietlisbach, der beim EHC Urdorf für Anlässe zuständig ist. Andernfalls hätte man wohl einigen Teams absagen müssen.
Ein paar Spiele in die benachbarte Curlinghalle zu verlegen, sei keine Option gewesen, so Wietlisbach: «Das Curlingeis ist teuer, und die Gefahr, dass es kaputtgeht, wenn Kinder darauf herumfahren, ist relativ gross.»

Urdorf hofft auf nächste Runde

Man hofft stattdessen, die Postfinance Trophy auch nächstes Jahr wieder auf einen ganzen Tag ausdehnen zu können. Fest steht: Die Urdorfer würden das Turnier laut Wietlisbach wieder durchführen, sollten sie angefragt werden. «Wir sind ein eingespieltes Team», sagte er. «Und für uns ist das auch gute Werbung.»

Dann ist vielleicht Timo auch wieder dabei. Doch vorerst genossen er und seine Flying Lions den Sieg über die Mannschaft Ottos. Mit 11:2 gewannen sie die Partie am Ende.