Duathlon

Plausch in Urdorf: Das ungewohnte Aufleben einer Randsportart

Nicht das Präsentieren grosser Sieger stand an oberster Stelle des Plauschduathlons in Urdorf, sondern ein Wettkampf, der attraktiv für alle war.

Was die Ursache des leichten Schwindels sei, fragten sich etliche Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Urdorfer Plauschduathlons kurz vor dem Ziel. Wars die Anstrengung nach den 2  km Laufen, 5  km (2,5  km für die Jugendlichen) mit dem Bike und nochmals 2  km zu Fuss? Oder wars die Hitze? Oder doch dieser Duft?

Es roch intensiv nach pflückreifen Erdbeeren am Ende der Lauf- sowie der Mountainbike-Strecke. Ein Duft wars, der den tief atmenden Ausdauersportlern in die Nase stach, sie beflügelte, Hochgefühle heraufbeschwor.

Hochgefühle im Ziel

Hochgefühle folgten umgehend weitere: der persönliche Empfang im Ziel durch den Speaker, die Bekannten, sodann die Zufriedenheit über das Erbrachte und schliesslich möglicherweise ein Platz auf dem Podest an der Siegerehrung.

Da spielte es meist keine Rolle mehr, dass aufgrund der Konkurrenz anfangs viele einen viel zu hohen Rhythmus anschlugen. Und das büssten.

Der Urdorfer Duathlon war etwas für die die Endorphine, die Glückhormone. Das Rennen bestach durch Einfachheit, durch eine in der heutigen Zeit erfrischende Unkompliziertheit, gleichzeitig aber auch durch das Herzblut, die Leidenschaft und Begeisterung der Macher.

Es war ein Miteinander von Jung und Alt, von Frau und Mann, von Menschen mit Leistungssporthintergrund und solchen, die kaum je mit Startnummer auf der Brust unterwegs sind. Ein unbeschwertes Sich-Messen, bei dem die grosse Leistungsdifferenz keine Bedeutung hatte.

Und eine Strecke wars, die forderte: Auf den flachen Laufkilometern durch unterschiedliche Unterlagen: Teer, Naturstrasse, Wiese, Stoppelfelder; auf der Velorunde durch anspruchsvolle Aufstiege, diffizile Waldstrassen, Richtungsänderungen, rasante Abfahrten. Und das direkt aneinandergereiht.

Aufmunternde Worte

Belebend wirkten die Unterschiede in ein und demselben Feld. Da kam es vor, dass ein altgedienter Volkssportler einen zu schnell gestarteten und am Limit laufenden Nachwuchsathleten aufbaute und ihn zum Durchziehen bis ins Ziel motivierte.

Und nicht zuletzt erfüllten auch die zahlreichen Streckenposten ihre Aufgabe grösstenteils mit viel Freude und stets einem aufmunternden Wort für die Athleten.

Immer wieder hatte die Teilnehmerentwicklung des Plauschduathlons in den letzten Jahren für Diskussionen bei den Organisatoren geführt. Rückläufig waren die Zahlen. Letzten Sommer schien das Ende der Traditionsveranstaltung gekommen.

Doch eine neue Crew des Männerturnvereins übernahm und investierte neues Herzblut in den Anlass. Mit einigen neuen Ideen sollten neue Anhänger gefunden werden. Das glückte bedingt.

Bei besten äusseren Bedingungen beteiligten sich 75 Einzelduathleten sowie 25 Gruppen, welche die verschiedenen Distanzen bewältigten. «Ich will nicht vorgreifen, aber die Grundtendenz spricht für eine weitere Austragung im 2014», sagte OK-Mitglied Peter Moser.

Die gute Stimmung während und lange nach dem Wettkampf im Festzelt, die aufbauenden Echos wie auch der Einsatz und die Begeisterung vieler Jugendlicher sind Faktoren, die in Erinnerung bleiben.

Und so lässt sich die Investition in den Nachwuchs zusätzlich herausstreichen. Alle bis 16-jährig kamen dank dem finanziellen und ideellen Engagement der «Freunde des Duathlons» zu einem Gratisstart.

Gewonnen wurde das Rennen von: Michael Kiser (Schüler), Daniela Oberbichler (Schülerinnen), Sylvia Benz (Frauen) und Fabian Dutli (Männer).

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