«Klar, es gab sie in dieser Saison auch schon: diese Phasen, in denen wir uns hinterfragten. Der positiven Stimmung in der Garderobe war dies aber nicht abträglich. Wir wissen, dass die Playoff-Qualifikation für uns nicht utopisch ist. Wir haben ein Riesenpotenzial, auch wenn wir das zugegebenermassen nie ganz ausgeschöpft haben. Die Moral unserer Mannschaft ist aber intakt, auch wenn die Leute von aussen etwas anderes zu sehen glauben. Im Prinzip ist uns die öffentliche Meinung sowieso gleichgültig, wir müssen darauf Acht geben, dass es für uns und bei uns stimmt.

Die Atmosphäre in der Kabine ist locker, auch die Trainingsabläufe sind in diesen Wochen dieselben. Das Wichtigste ist, sich nicht dem externen Situations-Hochschaukeln anzuschliessen, der Rhythmus ist die gesamte Saison identisch. Stress entsteht manchmal nur durch meine Nebenbeschäftigung. Mein Digital-Business-Studium verlangt viel Aufwand, mit der Zweifachbelastung habe ich aber gelernt umzugehen.

Mit meiner Erfahrung versuche ich zusätzlich, jegliche Nervosität im Keim zu ersticken, so will ich der Mannschaft helfen. Nach dem Sieg gegen Lugano befinden wir uns in einer guten Ausgangslage. Ja, wir haben das Gefühl, dass wir es packen können. Viele Partien waren in dieser Spielzeit knapp, deshalb haben wir uns ja sozusagen schon ans Zittern gewöhnt. Weil der ominöse Strich stets präsent war und die gesamte Saison einem zähen Ringen glich, sind wir sozusagen bereits im Kampf-Modus, unsere letzten fünf, sechs Spiele erinnerten schon an Playoff-Intensität. Insofern geht es für uns in den allfälligen Playoffs in Sachen Rhythmus ganz normal weiter.

Fest steht: Die beiden Partien gegen die SCL Tigers als Freilos zu deklarieren, wäre fatal. Für Langnau geht es um wichtige Punkte in der bevorstehenden Abstiegsrunde. Gegen die Emmentaler hatten wir stets schwierige Spiele. Den Spielplan finde zwar auch ich ein wenig komisch, vor allem weil einige Teams nach der Nationalmannschaftspause nur drei Partien und wir fünf zu absolvieren haben. Letztendlich fällt das Ganze für mich aber in die Kategorie Glück. Wir sind Herr der Lage. Den Gedanken, dass wir es nicht schaffen, verdränge ich. Wenn wir uns qualifizieren, glaube ich, dass wir brandgefährlich sein können. Niemand soll uns in den Playoffs gerne als Gegner haben.»