Doch mit einem 4:3-Sieg nach Verlängerung gegen Dänemark haben die Schweizer Junioren den Klassenerhalt geschafft, nachdem zuvor die Finalrunde verpasst worden war. «Wir hatten nicht so ein gutes Spiel, kamen nie richtig rein. Es war wichtig, dass wir den Ligaerhalt schafften», sagte Baltisberger nach dem Spiel. «Wir versuchten, einfacher zu spielen, probierten am Anfang aber völlig blöde Sachen. Zum Glück klappte es in der Verlängerung.»

Jüngster Spieler aller Teams

Dass Baltisberger überhaupt dabei ist, war nicht zu erwarten. Er ist der jüngste Spieler aller zehn Mannschaften und einer von nur vieren mit Jahrgang 1995. Läuft es ihm weiterhin so gut, kann er in seiner Karriere auf zwei U18- und vier U20-Weltmeisterschaften kommen. «Ich war noch nie an einer U18- oder U20-WM, daher ist es schon speziell, hier zu sein», erklärte Baltisberger. «Als ich am Anfang für ein Vorbereitungsturnier ein Aufgebot erhielt, war ich sicher überrascht. Ich versuchte es, ins Team zu schaffen.»

Dies gelang ihm, und damit erwartete ihn in Kanada ein Ereignis, das er so schnell kaum vergessen wird. «Es ist ein grosses Erlebnis. Calgary ist eine hockeyverrückte Stadt. Vor so vielen Zuschauern zu spielen, ist sicher sehr speziell», sagte Baltisberger, der mit den Schweizern vor bis zu 19289 Zuschauern spielte – und das ohne überhaupt auf den Gastgeber Kanada getroffen zu sein.

Von Urdorf zum ZSC

Baltisberger kommt ursprünglich aus dem Nachwuchs des EHC Urdorf. «Ich spielte da etwa zwei bis drei Jahre», erinnert er sich. «Danach wechselte der Bruder, und ich ging auch gleich zur ZSC-Organisation. Das war einfacher so für uns.» Letzte Saison spielte er noch mehrheitlich mit den unter 18-Jährigen bei den Novizen.

Diese Saison wurde er direkt in die NLB befördert, wo die GCK Lions in einer Erwachsenenliga mitspielen. Ein steiler Sprung für Baltisberger. «Es läuft mir nicht schlecht. Ich rutschte durch Abgänge von Spielern ins Kader und konnte mir einen Platz erkämpfen. Ich erhalte viele Einsätze in der NLB und kam so auch in die U20-Nationalmannschaft», erklärte er, der selbst bei den Junglöwen der Jüngste im Team ist.

«Alle wissen, dass wir ein Ausbildungsteam sind, aber wir wollen die Playoffs erreichen und sind dabei auch auf gutem Kurs.»In der Nacht auf heute ging für die Schweizer die U20-WM gegen die USA mit einem Spiel um den siebten Rang zu Ende. Bald kehrt für Baltisberger der Ligaalltag zurück. Doch wer mit 16 in der NLB spielt, für den wird es mit Bestimmtheit nicht das letzte internationale Turnier gewesen sein.