Leichtathletik
Peinlich: Warum Fongué den Appell verpasste

Der Dietiker Sprinter Rolf Malcolm Fongué sorgte an der Schweizer Meisterschaft mit einer besonderen «Leistung» für Aufsehen. Weil er nicht an den Appell gedacht hatte, durfte er nicht zum Final über 60 Meter starten.

Raphael Biermayr
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Der Dietiker Rolf Malcolm Fongué durfte nicht zum Final starten.

Der Dietiker Rolf Malcolm Fongué durfte nicht zum Final starten.

Keystone

Der Grund für Fongués Abwesenheit bei der Startnummernausgabe? «Ich war in meiner Konzentrationsphase für den Lauf. Andi Baumann (Sprinterkollege aus Oetwil, Anm. d. Red.) sagte mir im Vorbeigehen, dass ich auf Bahn sieben starten würde. Das reichte mir als Information, ich dachte im Anschluss nicht mehr an den Appell», erklärt der 26-Jährige.

Er sieht seinen durchaus peinlichen Fehler zwar ein, versteht aber dennoch nicht, warum ihn die Verantwortlichen nicht starten liessen. «Man wusste, dass ich da bin, und mir war ja eine Bahn zugeteilt.»

Zweifelhafter Rat von Verbandsseite?

Er habe seinen Unmut bei Verbands-Leistungssportchef Peter Haas und Sprint-Nationaltrainer Laurent Meuwly kundgetan. Die hätten ihn zu einem «Start unter Protest» geraten, erklärt Fongué. Den hätten ihm die Kampfrichter aber verwehrt.

Stimmt die Behauptung des Dietikers, was den Rat von Haas und Meuwly anbelangt, wirft das ein schlechtes Licht auf die Exponenten des Verbands Swiss Athletics.

Fongués Versäumnis kommt zu einem besonders ärgerlichen Zeitpunkt. Am kommenden Montag selektioniert Swiss Athletics die Teilnehmer an der Hallen-WM in Polen von Anfang März. Die Limite über 60 Meter liegt bei 6,65 Sekunden.

Kritiker fühlen sich bestätigt

«Der SM-Final wäre eine gute Gelegenheit für ein schnelles Rennen gewesen», sagt Fongué, der plangemäss erst am kommenden Dienstag in Prag wieder am Start stehen wird. Er halte gegenwärtig die Augen nach einer früheren Startmöglichkeit in der Schweiz offen.

So oder so: Diese unrühmliche Geschichte ist Wasser auf die Mühlen der Kritiker Fongués, die gern auf seine Nonchalance und die damit einhergehende Talentverschwendung hinweisen.

Der Limmattaler begegnet diesen Einschätzungen kühl: «Ich war bereits abgeschrieben, bevor meine Formkurve in den letzten drei Jahren wieder nach oben ging. Warum sollten mich solche Beurteilungen noch ärgern?»