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Patrick De Napoli - Ein grosser Name kickt für den FC Urdorf

Fussball, 3. Liga Einst lief er für die Nati auf, jetzt ist Patrick De Napoli seinem Trainer nach Urdorf gefolgt

Michel sutter
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Patrick De Napoli (rechts) ist seinem langjährigen Trainer Gianni Musumeci nach Urdorf gefolgt. In fünf Spielen erzielte der bekannte Ex-Profi bereits sieben Tore. ,msu

Patrick De Napoli (rechts) ist seinem langjährigen Trainer Gianni Musumeci nach Urdorf gefolgt. In fünf Spielen erzielte der bekannte Ex-Profi bereits sieben Tore. ,msu

Dienstagabend, Sportplatz Chlöschterli in Urdorf. Patrick De Napoli kommt gerade aufs Spielfeld, als ihm sein Trainer Gianni Musumeci zuruft: «Zeig endlich mal was und schiess Tore!»

Musumecis Sprüche nimmt De Napoli, der für Urdorf schon sieben Tore in der Meisterschaft und im Cup erzielt hat, sportlich. Die beiden kennen sich schon lange. Zuvor arbeiteten sie schon bei United Zürich zusammen. Dann wechselte Musumeci diesen Sommer nach Urdorf. Er rief De Napoli an, der mit dem Gedanken spielte, seine Aktivkarriere zu beenden. «Ich sagte ihm, dass ich einen erfahrenen Spieler brauche», erinnert sich Musumeci. De Napoli sagte zu. «Ich und Gianni kommen sehr gut miteinander aus», erklärt De Napoli.

Für Musumeci ist De Napoli ein sehr wertvoller Spieler, nicht zuletzt wegen seiner grossen Erfahrung, die er in seiner Karriere als Profifussballer sammelte. So hat er unter anderem für die Grasshoppers, Aarau und die Young Boys in der damaligen Nationalliga A gespielt und kam in der 2. deutschen Bundesliga bei Carl Zeiss Jena und beim Karlsruher SC zum Einsatz. Er wurde sogar viermal in die Schweizer Nationalmannschaft berufen.

Verlängert Arm des Trainers

De Napolis beeindruckende Profilaufbahn ist aber nicht der einzige Grund dafür, dass Musumeci ihn in der Mannschaft haben wollte. «Patrick kann den jungen Spielern in unserem Team besser vermitteln, was ich als Trainer möchte und verlange.» Daher gibt der Ex-Profi auch während des Spiels Tipps. «Ich werde aber nie wütend oder stauche jemanden zusammen, wenn er einen Fehler macht», beteuert De Napoli.

«Das ist nicht meine Art.» In der Mannschaft geniesse der ehemalige Nationalspieler hohes Ansehen, sagt Musumeci: «Die Jungen mögen ihn und schauen zu ihm auf.» Zudem sei De Napoli ein absoluter Profi, sowohl auf als auch neben dem Platz: «Er hat überhaupt keine Starallüren.» Und Musumeci will dem Stürmer auch keine Sonderbehandlung gewähren. «Wir haben vier, fünf Stürmer im Kader», erklärt er. «Und Patrick muss seine Leistung erbringen, um aufgestellt zu werden – so wie alle anderen auch.»

Dennoch geniesst De Napoli innerhalb der Mannschaft eine «Extrawurst»: Er darf jeweils beim Training aussetzen, falls er am Wochenende gespielt hat. «Ich bin ja bald 40», erklärt der Zuger. «Das merkt man natürlich.» Auch merke er, dass er zuvor fünf, sechs Trainingseinheiten pro Woche absolviert habe und jetzt nur noch zweimal pro Woche trainiere. «Daran musste sich mein Körper erst gewöhnen.»

Die Anzahl der Trainingseinheiten mag sich reduziert haben, der Ehrgeiz ist bei De Napoli aber derselbe wie eh und je. «Ich möchte auch jetzt noch jedes Spiel gewinnen», sagt er und lächelt.

Momentan belegt Urdorf den fünften Rang. Am Ende der Saison wollen Musumeci und De Napoli mindestens einen Platz unter den ersten Vier erreichen. Mit einem Aufstieg liebäugeln sie allerdings nicht. «Das ist für uns kein Thema», meint Musumeci. Vorerst konzentrieren er und De Napoli sich auf das nächste Spiel gegen Leader Srbija. «Es ist das letzte Spiel der Hinrunde», sagt De Napoli. «Diese wollen wir mit einem positiven Ergebnis abschliessen.»