Eishockey
Oldrich Jindra: «Der EHC Urdorf gehört nicht in die Abstiegsrunde»

Der Profitrainer aus Schaffhausen kennt die Stärken und Schwächen der Teams, die die am Mittwoch beginnende Abstiegsrunde in der 2. Liga bestreiten. Der Tscheche sieht den EHCU und Verzascatal als Favoriten auf den Klassenverbleib.

Raphael Biermayr
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Oldrich Jindra ist zuversichtlich für den EHC Urdorf.

Oldrich Jindra ist zuversichtlich für den EHC Urdorf.

ehcschaffhausen.ch

Wer Oldrich Jindra live erlebt hat, vergisst ihn so schnell nicht wieder. Der Tscheche erinnert in seinem Gebaren hinter der Bande an «Alpenvulkan» Hans Zach. Stichwort: Wort- und Gestenreichtum. Der erst 33 Jahre alte Jindra ist als Profitrainer im EHC Schaffhausen tätig, seit letzter Woche aber nur noch für die Nachwuchsabteilung.

Vor dem letzten 2.-Liga-Qualifikationsspiel gegen Urdorf wurde er von der Verantwortung für das Fanionteam entbunden. Zu den Gründen wollen sich weder er noch der Verein äussern. Der emotionale Trainer gilt als eishockeyverrückt. Jindra kennt die Stärken und Schwächen der Teams auch über die eigene Gruppe hinaus.

Damit ist er ideal für eine profunde Einschätzung der bevorstehenden Abstiegsrunde mit Urdorf, Verzascatal, Rapperswil-Jona und St. Gallen. Die Limmattaler empfangen am Mittwoch (20.10 Uhr, Weihermatt) die Altmeister vom Obersee zum ersten Vergleich.

Urdorf «Die Mannschaft hat die Kaderbreite und Fähigkeiten für mehr. Wir hatten immer Mühe gegen sie, auch wenn die Resultate etwas anderes vermuten lassen. Urdorf gehört nicht in die Abstiegsrunde.»

Valle Verzasca «Ich mag an Tessiner Teams, dass sie nie aufgeben und 60 Minuten lang kämpfen. Bei diesem Team kommt natürlich die spezielle Atmosphäre dazu, die die heimische Anlage verströmt. Damit ist Valle zu Hause für jeden Gegner eine Herausforderung.»

St Gallen «Es ist schade, dass eine Kantonsstadt nicht mehr Erfolg hat. Das hat wahrscheinlich mit den nicht vorhandenen Finanzen zu tun. Die Mannschaft hatte lange Zeit, sich auf die Abstiegsrunde vorzubereiten. Das kann ein Vorteil sein.»

Rapperswil-Jona «Das ist eine erfahrene Mannschaft, die - wie die anderen drei auch - über einen guten Goalie verfügt. Die Stärke hängt auch davon ab, ob sie Elitejunioren einsetzen werden.»

Ganz generell schätzt Jindra Urdorf und Verzascatal als stärker ein als die anderen Kontrahenten. «Die Gruppe 1 ist ausgeglichener und deshalb stärker besetzt. Es hat keine Punktelieferanten gegeben, wie es sie St. Gallen und Rapperswil in der Gruppe 2 darstellten», begründet er. Doch sei die Qualifikation nicht unbedingt ein Massstab für das Abschneiden in der Abstiegsrunde. «Entscheidend ist, wer die Vergangenheit am besten zurücklassen und die Emotionen jetzt abrufen kann. Es ist ein psychologischer Kampf.»