Studie
Ohne Freiwilligen-Arbeit gäbe es keine Vereine

Das Bundesamt für Sport und Swiss Olympic fördern in einer Umfrage Interessantes zutage. Freiwilligen-Arbeit ist für Schweizer Sportvereine nach wie vor unabdinglich.

michael lüthi
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Grossanlässe wie das Eidgenössische Turnfest wären ohne Freiwillige nicht durchführbar. keystone

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Limmattaler Zeitung

In Ittigen bei Bern im Haus des Sports hat Swiss Olympic und das Bundesamt für Sport die «Verbands- und Vereinsstudie 2011» präsentiert. Jörg Schild (Direktor Swiss Olympic), Markus Lamprecht (Studienleiter) und Matthias Remund (Direktor Bundesamt für Sport) legten die Ergebnisse offen – ein echtes Zahlen-Bombardement. Die letzte Studie dieser Art liegt bereits 15 Jahre zurück.

Fast 21000 Sportvereine in 150 verschiedenen Sportarten gibt es heute in der Schweiz. Lamprecht und sein Team haben 14000 davon per Mail einen Fragebogen zugestellt. 6221 haben diesen schliesslich vollständig ausgefüllt zurückgesendet. Das entspricht einer Quote von 44 Prozent. «Dem Schweizer Vereinssport geht es gut», fasst Jörg Schild zusammen.

Er kommt aber gleich zum Hauptpunkt der Studie. «Ohne Freiwilligen-Arbeit gäbe es keine Vereine», erklärt er. Über 300000 ehrenamtliche Mitarbeiter-Ämter gilt es in den Schweizer Sportvereinen zu besetzen. Aber Leute dafür sind heute nicht mehr leicht zu finden. «Zwei Drittel der Vereine sehen laut unserer Studie die Ehrenamtlichkeit als Hauptproblem», sagt Markus Lamprecht und ergänzt: «Heute hat die Bindung an einen Verein nachgelassen. Die Leute bleiben einem solchen nicht mehr ein Leben lang treu.»

Weniger Vereine, mehr Sportler

Im Vergleich zur letzten Studie vor 15 Jahren ist die Anzahl Sportvereine von 27000 auf 21000 geschrumpft. Der Studienleiter sieht das aber nicht negativ: «Es ist auch ein Vorteil. So braucht es weniger Ehrenamtliche, um einen Verein zu führen.» Die Zahl der Sportler ist in den letzten Jahren hingegen gestiegen. Heute sind 1,6 Millionen Schweizer in einem Sportverein aktiv. Allerdings nehmen 60 Prozent dieser Personen nicht an Wettkämpfen teil.

82 Prozent der Vereine bieten laut eigenen Aussagen die Möglichkeit, Leistungssport zu betreiben an. Laut der Umfrage seien 60 Prozent der Vereine stolz auf ihre Perfomances im Leistungssport. Sogar 92 Prozent davon setzen sich für «Fairplay und Toleranz» im Sport ein. Die Sportvereine seien für das Gemeinwohl, die Integration, die Gemeinschaft und die Geselligkeit wichtige Eckpfeiler unserer Gesellschaft, erklären die Referenten. «Unser Ziel ist es Kinder und Jugendliche zu lebenslangem Sporttreiben zu animieren», sagt Matthias Remund.