Unihockey
Offensiv die Besten – defensiv aber noch zu löchrig

Die Limmattaler 2.-Liga-Unihockeyanerinnen mussten Bremgarten mit 4:6 den Vortritt lassen. Trotz der Niederlage sind die sie zuversichtlich, dass sie unter den Fittichen ihres neuen Trainers Michael Hunziker weitere Fortschritte erzielen können.

Kathrin Aerni
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Myriam Stutz, Captain der Limmattalerinnen, freut sich über ihren Torerfolg im Spiel gegen Bremgarten. Aerni

Myriam Stutz, Captain der Limmattalerinnen, freut sich über ihren Torerfolg im Spiel gegen Bremgarten. Aerni

Die zehn Unihockeyanerinnen aus dem Limmattal kämpften tapfer bis zum Schluss. Dennoch reichte es weder für den Sieg noch für den Aufstieg in die 1. Liga (aus eigener Kraft). Sie mussten die Gegnerinnen als das bessere Team akzeptieren. Die Bremgartnerinnen durften sich ihrerseits am Dreikönigstag als Königinnen feiern lassen. Doch man darf nicht vergessen, dass die Limmattalerinnen einen Trumpf haben, den sie künftig noch besser ausspielen können: Ihren neuen Trainer Michael Hunziker. Der ehemalige Nati-A-Spieler von Lok Reinach bereitete das Frauenteam erstmals als Headcoach auf die Saison 2012/13 vor. Seine Ziele sind denn auch hoch gesteckt: «Der dritte Tabellenrang sollte es nach der Rückrunde zumindest sein.»

Die dienstälteste Spielerin des Unihockey-Teams Limmattal ist Patricia Lohri-Scheiber. Mittlerweile 34-jährig, gehört sie immer noch zu den Topskorerinnen des Teams. Sie und ihre Kollegin hätten vor 15 Jahren den UHC-Oetwil-Geroldswil gegründet, erinnert sich Patricia Lohri. In den Anfängen sei es vorgekommen, dass sie zu zweit an einem Samstagnachmittag trainiert hätten. Mittlerweile ist ihre Kollegin Mutter geworden und feuerte ihre ehemalige Mannschaft an.

Laut Patricia Lohri hat es während den 15 Jahren viele Trainerwechsel gegeben. Sie wisse auch nicht genau, warum sich Männer schwertun, einen Trainerjob bei den Frauen anzunehmen. «Es ist sicher nicht einfach, eine Frauenmannschaft zu führen», gibt sie zu. Denn auf dem Spielfeld komme es oft zu emotionellen Auseinandersetzungen. Weiter ist sie überzeugt, dass Männer ein Spiel schneller abhaken könnten als Frauen. Captain Myriam Stutz hat bei den UHC Limmat Sharks, dem Vorgängerclub von Unihockey Limmattal, angefangen und erlebte den Aufstieg in die 1. Liga vor rund fünf Jahren. Das Niveau sei in der obersten Frauen Unihockey-Liga natürlich noch etwas höher, und man reise in der ganzen Schweiz herum.

Stutz sieht aber auch ihr Team kritisch: «Uns fehlt eine Spielerin für einen dritten Block.» Mittlerweile hätten sie zwar zwei Goalies, doch in den Anfängen musste jede Feldspielerin einmal ins Tor. Die Limmat Sharks fusionierten mit Urdorf 2008 zu «Unihockey Limmattal». Die Limmattalerinnen sind so stark, weil sie durch die Fusion Synergien nutzen konnten. Aber auch weil sie sich im Verein mehr engagieren mussten als die Männer. So gingen sie etwa gemeinsam auf Sponsorensuche. So etwas fördere den Kit, ist Patricia Lohri überzeugt. Aber auch der neue Trainer habe dazu beigetragen, dass man wieder um den Aufstieg kämpfe. «Mit fast 100 Toren sind wir zwar offensiv die Besten», meint Coach Michael Hunziker. «Doch wir müssen in der Defensive und im Zusammenspiel noch stärker werden.»