Volleyball
Oetwil-Geroldswil ist trotz klarer Niederlage glücklich

Oetwil-Geroldswil hat beim 0:3 im ZTV-Cupfinal gegen Dietlikon keine Chance. Der Liga-Unterschied war dann auch von Anfang an sichtbar. Doch in den Reihen der Aussenseiterinnen war man trotz der klaren Niederlage zufrieden.

Annemarie Keusch
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Time-out und Ratschläge von Captain Cornelia Jecklin halfen nichts: Den Limmattalerinnen blieb der grosse Coup verwehrt. Ake

Time-out und Ratschläge von Captain Cornelia Jecklin halfen nichts: Den Limmattalerinnen blieb der grosse Coup verwehrt. Ake

«Wer im Cupfinal steht, will diesen auch gewinnen», stellt die Spielertrainerin von Oetwil-Geroldswil, Priska Matsch, klar. Dass das Unterfangen Cupsieg für die Limmattalerinnen schwierig zu realisieren sein würde, war allen Beteiligten schon im Voraus klar. Denn Volley Oetwil-Geroldswil, das zum ersten Mal bis in den Cupfinal vorstossen konnte, und die Titelverteidigerinnen aus Dietlikon spielen nicht auf demselben Niveau.

Der Zürcher Turnverband ist in drei Regionen aufgeteilt. Oetwil-Geroldswil gehört dabei der Region Glatt-, Limmattal und Stadt Zürich an. Diese Regionen wiederum sind in fünf verschiedene Stärkeklassen eingeteilt. Cup-Gegner und Titelverteidiger Dietlikon spielt dabei in der obersten Liga, während Oetwil-Geroldswil lediglich auf der zweithöchsten Stufe agiert. Dies entspricht etwa dem Niveau einer 3.-–4. Liga-Mannschaft von Swiss Volley.

Liga-Unterschied sichtbar

Der Liga-Unterschied war dann auch von Anfang an sichtbar. Die Dietlikerinnen zeigten das variantenreichere Spiel und produzierten weniger Eigenfehler als die Limmattalerinnen. Der erste Satz ging klar mit 25:12 an die Gäste aus dem Glattal. Ein ähnliches Bild zeigte sich zu Beginn des zweiten Satzes. Dietlikon griff an und Oetwil-Geroldswil versuchte, dagegenzuhalten. Und tatsächlich konnten sich die Limmattalerinnen besser auf das Spiel des Höherklassigen einstellen und holten den anfänglichen Rückstand auf.

Doch schliesslich ging auch der zweite Satz 25:22 verloren. «Mit dem zweiten Satz können wir zufrieden sein», sieht die Spielertrainerin nach dem Spiel positiv. Doch das Glück währte nicht lange. Im dritten Satz verloren die Volleyballerinnen aus dem Limmattal schnell den Anschluss, konnten diesen nicht wieder herstellen und verloren am Ende diskussionslos mit 0:3-Sätzen.

Spaghettiplausch für Verlierer

Doch in den Reihen der Aussenseiterinnen war man trotz der klaren Niederlage zufrieden. «Dies war nicht unser bestes Spiel, aber in Anbetracht dessen, dass wir verletzungsbedingt auf mehrere Leistungsträgerinnen verzichten mussten, haben wir das Optimum herausgeholt», analysiert Matsch. Als Preis schaute immerhin ein Spaghetti-Set und zwei Flaschen Wein heraus.

Überhaupt schien bei diesem Cupfinale die Gemütlichkeit im Vordergrund zu stehen. Wo sonst kann man als Zuschauer bei den Time-outs mitreden? Oder wo sonst erscheinen die Schiedsrichterinnen in Jeans? «Überhaupt gilt der Fokus der Meisterschaft und nicht dem Cup. Wir wollen in die oberste Liga aufsteigen», versucht Matsch zu relativieren. Schön, wenn man in einem Cupfinal auch die Menschlichkeit und das Familiäre nicht vergisst.