Ein Eckball von Stefan Steuble auf den eingewechselten Damijan Skoric, der den Ball an Urdorfs Torhüter Tanveer Razvi vorbei ins Netz köpfte: Da war sie, die viel umjubelte Führung für Oetwil-Geroldswil. Und das fünf Minuten vor dem Ende des Spiels.

Das Tor von Skoric war die kalte Dusche für die Urdorfer, die während der ganzen Partie aufopfernd gekämpft und dem Gast aus Oetwil-Geroldswil Paroli geboten hatten. «Ich kann der Mannschaft keinen Vorwurf machen», meinte Urdorfs Trainer Giovanni Musumeci folgerichtig. Dennoch gab er zu: «Die Niederlage ist ärgerlich.»

Ärgerlich deshalb, weil die Urdorfer in der ersten Hälfte dieses hart umkämpften, aber mehrheitlich fairen Spiels überlegen waren. Schon nach zehn Minuten ging das Heimteam in Führung. Rolando Baumann hatte mit einer Art Seitenfallrückzieher herrlich zum 1:0 getroffen, wobei Oetwil-Geroldswils Torhüter Yannick Fux in dieser Szene nicht gut aussah. Die Urdorfer führten, und sie erspielten sich weitere gute Chancen. So hätten unter anderem Baumann und Flavio Ciullo den Vorsprung der Urdorfer ausbauen können, ja vielleicht sogar müssen.

Doch das taten sie nicht, und nach einer halben Stunde kamen die Gäste plötzlich zum Ausgleich. Der starke Steuble schlug einen Freistoss vors Tor, Marco Credaro stand goldrichtig und lenkte den Ball zum 1:1 ab. Der Gegentreffer band die Urdorfer Angriffsbemühungen erst einmal zurück, zur Pause blieb es beim Unentschieden.

Nach dem Wiederanpfiff versuchten die Urdorfer, an die Startphase der Partie anzuknüpfen. Der eingewechselte Ruben Da Silva Ribeiro stand nach wenigen Minuten völlig frei vor Torhüter Fux, schoss diesen aber aus kürzester Distanz an. Auf der Gegenseite sorgte Steuble mit einer Mischung aus Flanke und Schlenzer für Unruhe im Strafraum des Heimteams. Insgesamt hatte Urdorf jedoch die besseren Chancen – bis zum zweiten Gegentor, dem letzten Treffer in dieser Partie. «Wir haben zwei Tore nach Standards bekommen», stellte Musumeci konsterniert fest.

Das war aber nicht das Einzige, das der Urdorfer Trainer zu kritisieren hatte. «Es ist nicht das erste Spiel, das so läuft», sagte er. «Das erste Gegentor hat uns verunsichert, daran müssen wir arbeiten. Man muss aber auch sehen, dass die Spieler noch sehr jung sind.»

Ein Derby will man gewinnen

Glücklich dagegen war man verständlicherweise bei Oetwil-Geroldswil. «Wir haben zwar am Ende mit etwas Glück gewonnen», sagte Torschütze Credaro, «aber wir haben auch einen tollen Willen gezeigt.» Das galt auch für Credaro selbst, der in der zweiten Halbzeit kurzfristig vom Feld gehen musste und in der Schlussphase wieder zurückkehrte. «Ich hatte Krämpfe», erklärte er. «Meine Beine waren schwer geworden.»

Nun hofft Credaro, dass er und seine Mannschaftskollegen den Schwung mitnehmen können, um den Rest der Saison erfolgreich zu gestalten. Auch die Urdorfer wollen noch möglichst viele Punkte holen. «Das Ziel ist, auf Platz 4 oder 5 vorzustossen», so Musumecci.

Vorerst bleibt Urdorf jedoch auf Rang 7, Oetwil-Geroldswil hingegen konnte sich um eine Position auf Platz 4 verbessern. Doch um den Aufstieg werden sowohl Oetwil-Geroldswil als auch Urdorf nicht mehr spielen. Zu gross ist der Abstand zu Leader Srbija. Dieser Umstand spielte in der Partie zwischen den beiden Limmattaler Teams allerdings keine Rolle. «Wir haben uns speziell aufs Derby eingestellt», sagte Credaro. Und Musumecci meinte: «Ein Derby will man natürlich gewinnen, egal, wie die Tabelle aussieht.»