Urdorf
Nur die Belohnung bleibt beim FC Urdorf aus

Die Bilanz von Zweitligist Urdorf an diesem wunderschönen Sonntag: Zwei Treffer, vier kapitale Torchancen, ein Dutzend sehenswerter Kombinationen und - entscheidend - weiterhin Null Punkte in der Tabelle. Urdorf verliert 2:4.

Rainer Sommerhalder
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Urdorf verliert in der 2. Liga gegen Affoltern am Albis trotz guter Leistung 2:4.
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Urdorfs Trainer Roberto Rhiner: „Eine unverdiente Niederlage“.
Rolando Baumann sucht einen Mitspieler.
Urdorfs Neuverpflichtung Jean-Bosco Tibiti (rechts vom Schiedsrichter) erzielt per Kopf den Anschlusstreffer zum 1:2.
Riuguane Kipoyl löst den Angriff aus.
Rolando Baumann kommt einen Schritt zurück.
Riuguane Kipoyl am Ball.
Faroudin Adilovic lässt einen Gegner aussteigen.
Faroudin Adilovic und sein Säuliämter Gegenspieler mit vollem Einsatz im Zweikampf.
Nach Baumanns Freistoss muss sich der gegnerische Torhüter strecken.

Urdorf verliert in der 2. Liga gegen Affoltern am Albis trotz guter Leistung 2:4.

Rainer Sommerhalder

Wieder einmal stimmte bei den «Stieren» die Gleichung aus Aufwand und Ertrag in keinster Weise. 60 Minuten lang war man Gegner Affoltern spielerisch voraus.

Die Säuliämter brachten es in der zweiten Halbzeit sogar fertig, aus nur einer Torchance zwei Treffer zu erzielen. Wenn die Urdorfer ihrerseits im gleichen Zeitraum die besten Möglichkeiten im Serienmodus auslassen, dann müssen sie sich am Ende nicht wundern, wenn die Null stehen bleibt - allerdings nicht dort, wo es der Trainer gerne sehen würde.

Urdorf fehlt die Kaltblütigkeit

Urdorf-Captain Thomas Jenny fasste es perfekt zusammen: «Zwei Dinge waren für unsere Niederlage verantwortlich: Die sehr schwache Chancenauswertung und die vermeidbaren Tore.

Diese Fehler in der Defensive müssen wir so schnell wie möglich abstellen». Der Rackerer im Mittelfeld, der nach einer knappen halben Stunde einen Handspenalty verschuldete und in der 85. Minute einen ebensolchen verwertete, sah in seiner Bilanz aber auch positive Punkte: «Keiner im Team hat den Kopf hängen gelassen. Ich bin mir sicher, die Punkte werden kommen.»

Allerdings muss dazu Urdorfs Abwehr stabiler werden und der Abschluss effizienter. «Wie ein E-Junior», fluchte Trainer Rhiner nach dem x-ten Befreiungsschlag seiner Verteidiger von der Seitenlinie in Richtung Zentrum.

Gratis-Einladung an den Gegner

In der 17. Minute durfte sich der Sünder bei seinem Torhüter Winkler bedanken, der nach einer solchen Gratis-Einladung an den Gegner hervorragend gegen den frei zum Abschluss kommenden Bilic parierte.

Affolterns anfängliches Pressing provozierte die Fehler der Platzherren. Es dauerte eine gute Viertelstunde, bis sich das Urdorfer Team gefunden hatte, Jenny im zentralen Mittelfeld den vorgesehenen Part des «Blockers» einnahm und De Luca, der vom Gegner wenig Spielraum zugestanden bekam, als Schaltstelle für die Angriffsbemühungen fungierte.

Der unglückliche Penalty - das Hands entsprang mehr dem holprigen Platz als Jennys Absicht - kam ausgerechnet zum Zeitpunkt, als man immer mehr das Gefühl erhielt, die «Stiere» hätten den Gegner nun im Griff.

Und zehn Minuten später geriet die Bestrafung durch das 2:0 der Säuliämter noch brutaler. Der junge Ilangakoon foulte seinen Gegenspieler ungestüm und unnötig an der Seitenlinie, der anschliessenden Freistoss führte zum Gegentreffer.

Galindo als Chancentod

In der zweiten Halbzeit spielte nur noch der FC Urdorf. Affoltern konzentrierte sich aufs Verwalten des Vorsprungs und wurde zunehmend passiver.

Zwar darf sich die Offensivbilanz mit zwei erzielten Treffern in 45 Minuten sehen lassen, doch wenn man die drei verpassten Hundertprozentigen von Dominic Galindo ebenfalls in die Waagschale wirft, dann kann man dennoch nicht zufrieden sein. Dem Urdorfer Aussenläufer scheint das Tragen der Militärschuhe im WK das Gefühl aus den Füssen geraubt zu haben.

Affoltern tat in der Schlussphase, in welcher die Gastgeber alles riskierten, was es tun musste, konterte den Gegner in der 81. Minute eiskalt aus und traf in der Nachspielzeit von der Mittellinie ins leere Tor. Urdorfs Goalie Winkler war zuvor bei einem Eckball in den gegnerischen Strafraum gestürmt.