Handball
Noch ist beim HC Dietikon nicht alles optimal

Die Damen des HC Dietikon-Urdorf starten am Sonntag ins 1.-Liga-Abenteuer.

Michel Sutter
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Francine Koch (hier bei der Schussabgabe) ist bereits zur Leistungsträgerin aufgestiegen.

Francine Koch (hier bei der Schussabgabe) ist bereits zur Leistungsträgerin aufgestiegen.

Die Stimmung ist gut bei den Spielerinnen des 1-Liga-Teams vom HC Dietikon-Urdorf an diesem Dienstag. Von Anspannung ist in der Turnhalle Büel in Unterengstringen nichts zu spüren, obwohl es sich um die letzte Einheit vor dem Meisterschaftsbeginn handelt. Einziges Manko: Die Handballerinnen müssen sich auf die eine Hälfte der Halle beschränken, da auf der anderen Seite die Herren trainieren. «Wir haben aber an einem von drei Trainings jeweils die ganze Halle zur Verfügung», sagt Tobias Zatti, der die 1.-Liga-Frauen zusammen mit Muzaffer Dogru trainiert. «Das ist natürlich wichtig, um die Spielabläufe einzustudieren.»

Genau da besteht noch Nachholbedarf. Denn das Aufsteiger-Team hat sich seit dem Wiederaufstieg im Sommer verändert. Acht Spielerinnen haben die Mannschaft in der Sommerpause verlassen, vier sind neu zum Team gestossen. Ein Grund dafür, dass die Spielerinnen teils noch nicht die Laufwege ihrer Kolleginnen kennen und die Spielzüge daher noch einstudiert werden müssen. «Ehrlich gesagt hätte ich mir gewünscht, dass wir in der Vorbereitung zum jetzigen Stand weiter gewesen wären», so Dogru.

Auch die Breite des Kaders von den Limmattalerinnen ist noch nicht optimal. Dogru und Zatti stehen gerade mal ein Dutzend Spielerinnen zur Verfügung. Das reicht zwar, um in der Meisterschaft zumindest Reservespielerinnen auf der Bank zu haben. «Durchwechseln können wir so aber natürlich nicht», sagt Zatti. «Das wirkt sich wiederum auf die Kondition der Spielerinnen aus.»

Kommt hinzu, dass es bereits zu einem Engpass kommt, wenn sich eine Spielerin verletzt. «Und die Verletzungen im Frauenhandball sind meistens langwierig», sagt Dogru. Zurzeit fallen mehrere Spielerinnen bei den Limmattalerinnen seit längerer Zeit aus. Eine Spielerin befindet sich zum Beispiel im Wiederaufbau nach einer Schulteroperation, eine andere nach einem Kreuzbandriss. Zwei Spielerinnen laborieren zudem an kleineren Verletzungen, könnten aber beim ersten Meisterschaftsspiel wieder zur Verfügung stehen. Trotzdem: Der Kader ist dünn. Deshalb suchen Dogru und Zatti noch zusätzliche Spielerinnen. «16 wären ideal», sagt Zatti.

Spielerisch gibt es aber auch Positives zu berichten. «Die Passgenauigkeit hat gegenüber der vergangenen Saison zugenommen», sagt Zatti. Und auch viele junge Spielerinnen, die letztes Jahr neu in die Mannschaft gekommen sind, hätten sich weiterentwickelt, beispielsweise Francine Koch. «Sie hat grosse Fortschritte erzielt und übernimmt immer mehr Verantwortung. In ihrer dritten Saison bei uns, zählt sie jetzt zu den Leistungsträgerinnen», sagt Dogru.

Ligaerhalt als Ziel

Inwieweit sich die Limmattalerinnen in der 1. Liga durchsetzen können, bleibt offen. Denn es gibt in der Limmattaler Gruppe zwei Favoriten: Brühl und Olten. «Sie können auf Spielerinnen aus höheren Ligen zurückgreifen respektive haben sich mit Spielerinnen aus der höchsten Liga verstärkt», so Zatti. «Daher sind sie die Favoriten auf die ersten beiden Plätze, die zur Aufstiegsrunde berechtigen.» Die schlechter platzierten Teams kommen in eine Abstiegsrunde. Das erklärte Ziel ist dennoch der Ligaerhalt. «Qualitativ haben wir eine kompetitive Mannschaft, die den Ligaerhalt sicherstellen kann. Die Breite des Kaders wird uns allerdings noch herausfordern», so Dogru.

Im Cup gegen Rotweiss Thun

Doch erst müssen die Gruppenspiele gespielt werden. Für den HC Dietikon-Urdorf beginnen diese gleich mit einem Derby: Sie spielen am Sonntag gegen GC Amicitia. An die Zürcherinnen haben die Limmattalerinnen gute Erinnerungen. «Wir haben in der vorletzten Saison in der 1. Liga gegen GC Amicitia einmal gewonnen und einmal knapp verloren», sagt Dogru. «Aber es ist wichtig, dass wir dieses Spiel gewinnen.»

Schwierig mit dem Siegen dürfte es dagegen im Cup werden. Dort treffen die 1.-Liga-Frauen des HC Dietikon-Urdorf auf Rotweiss Thun aus der Nationalliga A, die letzte Saison in der höchsten Spielklasse den beachtlichen 4. Rang erreicht haben. «Da haben wir bereits im September ein erstes Highlight in der neuen Saison. Darauf freuen wir uns jetzt schon», sagt Dogru.