Es ist der Albtraum eines Vereinsverantwortlichen, zumal auf Amateurstufe: Trainerkündigungen im Multipack. Wer auf der Homepage des Schweizerischen Eishockeyverbands über die Rubrik «Club sucht Trainer» schaut, sieht sofort, dass ein Verein besonders stark davon betroffen ist: der EHC Urdorf. Nicht weniger als zehn offene Posten sind zu zählen. Das betrifft fast alle Mannschaften. Im Nachwuchs bleibt mit Guido Fluri ein einziger Trainer. Ein Zeichen, dass etwas im Verein nicht stimmt? Präsident Thomas Leimgruber erklärt, die Abgänge seien aus unterschiedlichen Gründen erfolgt. Tatsächlich: Piccolo-Trainer Jörg Benz beispielsweise hat ein Angebot vom Partnerverein ZSC erhalten. Und Tom Schlegel, der Trainer der neugegründeten Novizenmannschaft, steigt bei einer Goalieschule ein. Doppelt bitter für den Verein. Die Nachricht über den Weggang kam von einigen erst vor kurzem. «Die Situation ist ziemlich happig und macht uns Bauchschmerzen», sagt Leimgruber. Morgen sollen anlässlich des Saisonendes auf der KEB Weihermatt mit dem Abschlussturnier der Moskito erste Lösungen präsentiert werden, damit die Zukunft im Nachwuchsbereich sichergestellt ist. Offen sei hingegen die Situation in der Hockeyschule, wo keine Diplome nötig sind. «Da sind wir sowieso auf jeden Helfer angewiesen», erklärt Leimgruber.

Don McLaren kommt nicht

Lange dauern dürfte auch die Findung im Aktivbereich, wo es neben dem Fanionteam (2. Liga) auch für die Reserven (4. Liga) eines neuen Coaches bedarf. Gemäss Sportchef Ruedi Haas hätten sich alle bisherigen Optionen zerschlagen. Bei Don McLaren und einem weiteren in der Ostschweiz wohnhaften Kandidaten sei es am Anfahrtsweg gescheitert – das bekannte Gubrist-Problem. Andere, die sich auf das Inserat gemeldet hätten, wollten eine Profi-Anstellung, was «nicht zu unserer Strategie passt», wie sich Präsident Leimgruber ausdrückt. Haas erzählte während der Abstiegsspiele der ersten Mannschaft einmal die nette Geschichte, wonach sich auch Kandidaten aus dem Ausland gemeldet hätten, die dachten, «2. Liga» würde für die zweithöchste Liga der Schweiz stehen. «Die Suche ist mühsam», sagt Haas, der auch auf den Zufall hofft: «Irgendwie geht immer eine Tür auf.»

Zusagen der Spieler

Was die Spieler im Fanionteam anbelangt, herrscht hingegen Klarheit. Gemäss Haas hätten alle für die kommende Spielzeit zugesagt, darunter mit Nils Schweri und Tizian Müller auch solche, die in der entscheidenden Phase nicht mehr aufgeboten wurden beziehungsweise nur zu Kurzeinsätzen gelangten. Allerdings: Der zurückgetretene Dani Hüni sprach davon, dass Terence Roth und Raphael Hürzeler den Verein verlassen würden. Ruedi Haas wisse davon nichts. Beim langjährigen Aktivspieler Sandro Duttweiler deuten die Zeichen auf eine Zukunft bei den Senioren hin. Als Trainingsgast wolle er aber noch in der ersten Mannschaft bleiben – mindestens: «Ein neuer Trainer bringt auch immer neue Chance», hält er sich alle Türen offen.

Bessere Elite-Spieler im Auge

Urdorf buhlt nicht nur um neue Coaches, sondern auch um Spieler. Die Limmattaler wollten in der Verteilung von Elitejunioren seitens des ZSC aufsteigen und dadurch an bessere Spieler kommen, wie Thomas Leimgruber erklärt. Neben dem
EHCU sind die Zweitligisten Wallisellen und Küsnacht Abnehmer. Erstere haben die Qualifikation der Gruppe 2 gewonnen und stehen gegenwärtig im Playoff-Final. «Daran sieht man, was die Elitespieler ausmachen. Denn auch Wallisellen ist eigentlich ein Hobby-Verein. », führt Leimgruber aus. Sollte das gelingen, dürfte der Konkurrenzkampf im Team grösser werden. Eine Herausforderung für den Trainer. Wie der auch immer heissen mag.