Gesenkte Köpfe, versteinerte Mienen: Den Engstringer Spielern war nach dem Schlusspfiff in der Partie gegen NK Croatia die Enttäuschung anzumerken. Daran änderte sich auch nichts, als Engstringens Trainer Roger Balmer sie anschliessend lobte. «Wir haben Fussball gespielt», sagte er, in Anspielung darauf, dass seine Mannschaft mit den Gästen durchaus mitgehalten und sich einige gute Chancen erspielt hatte.

Seine Spieler jedoch mussten, den für sie äusserst unglücklichen Spielverlauf erst noch verarbeiten. Da war der Foulpenalty gegen die Limmattaler, den Giuliano Miele nach etwas mehr als 30 Minuten mit einer Intervention gegen Marko Jelecevic verursacht hatte und den Ivan Dukic für die Gäste sicher verwandelte. Ein Penalty, der aus Sicht Balmers zu Recht gepfiffen worden war.

Da war zudem das Foul von Croatias Torwart Frano Dukic an Cristiano Da Silva. Der Engstringer war zusammen mit Mario Stanic auf Dukic zugelaufen. Dukic blieb nichts anderes übrig, als Da Silva mit unfairen Mitteln zu stoppen und konnte anschliessend von Glück reden, dass der Schiedsrichter diese Aktion nicht als Notbremse wertete. «Für mich wäre das eigentlich ein Platzverweis gewesen», so Balmer. 

Da war aber auch die Riesenchance für Stanic. Der Spieler hätte den Ball nach etwas mehr als einer Stunde im gegnerischen Strafraum beinahe an Dukic vorbeigelegt und damit freie Schussbahn zum 2:1 für Engstringen gehabt. Damit wäre für die Engstringer zumindest ein Punkt drin gelegen.

Nicht vom Glück gesegnet

Und da war der Kunstschuss von Croatias Ivan Dukic, der die Gäste nach 80 Minuten in Führung brachte, indem er den Ball mit einem Distanzschuss im oberen Torwinkel versenkte – ein Tor «aus dem Nichts», wie Balmer es formulierte.

Alles Szenen, in denen die Engstringer nicht gerade vom Glück gesegnet waren. Und dazu passte auch der Schlusspunkt in diesem Spiel, als Engstringens Kevin Bär einen Schuss von Danijel Komin noch ablenkte und den Ball so für Engstringens Goalie Maverick Plüss unhaltbar machte – der dritte Gegentreffer für die Engstringer, die zwischenzeitlich durch Benedikt Fries völlig verdient zum Ausgleich gekommen waren.

Einige Schlüsselspieler fehlten

«Wir bewegten uns gut, wir haben auch ein gutes Spiel gezeigt», sagte Balmer. «Daher hätten wir einen Punkt verdient gehabt.» Schliesslich habe man nach dem 0:1 Moral bewiesen und sei nochmals in die Partie zurückgekehrt. Und das, obwohl die Engstringer nicht in Bestbesetzung angetreten waren. So musste Balmer unter anderem Patrick Meier, Janick Duske und Robert Manikkuttiyil ersetzen, die sonst zur Stammformation gehören. Man merke es halt schon, dass einige Schlüsselspieler nicht dabei gewesen waren, so Balmer, aber: «Diese junge Mannschaft hat ihre Sache sehr gut gemacht.»

Nun kommt die Winterpause

Damit gehen die Limmattaler mit einer Niederlage in die Winterpause. Und in der Tabelle bleiben sie auf dem neunten Rang. Balmer ist zwar deswegen nicht nervös, da der Abstand zu den beiden letzten Mannschaften doch relativ gross sei. Dennoch ist er froh, dass er und seine Spieler nun eine Pause bekommen. «Ich konnte während der ganzen Hinrunde kein einziges Mal mit der Formation spielen, die ich mir gewünscht hatte», sagte Balmer. Er hofft nun, dass in der Winterpause einige verletzte Spieler zurückkehren werden. «Jetzt können wir uns sammeln und auf die Rückrunde vorbereiten.» Dann schweiften seine Gedanken nochmals zum Spiel gegen Croatia. «Ein Punkt wäre heute verdient gewesen.»