Fussball
Nicht nur auf dem Platz ein enorm wichtiger Drahtzieher

Birmensdorfs Regisseur Marko Filipovic freute sich auf der Bank über einen Pflichtsieg. Der Mittelfeldregisseur konnte wegen einer Zerrung nicht spielen, zeigte aber auch von der Bank aus seine Leaderqualitäten.

Calvin STettler
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Stephan Niedecken (rechts) im Kampf um den Ball.

Stephan Niedecken (rechts) im Kampf um den Ball.

Otto Lüscher

Wir schreiben den 12. November 2006. Im Schweizer Cup traf der damalige Challenge-League-Klub Baulmes auf den glamourösen FC Basel. Klingende Namen wie Ivan Rakitic oder Mladen Petric zierten da noch das Matchblatt. Es war wohl der heroischste Nachmittag in der Geschichte des Vereins. Heroisch, weil die Westschweizer den Favoriten in eine Extrarunde zwangen. Erst nach 120 feurigen Minuten musste sich Baulmes mit 3:2 geschlagen geben. Mittendrin war auch der heutige Birmensdorfers Marko Filipovic. «Ein wirklich schönes Spiel», erinnert sich der 35-jährige Bosnier zurück. Er, der gegenwärtig die Fäden beim Co-Leader der Gruppe 2 in der 3. Liga zieht. Am vergangenen Sonntag hatte er allerdings unfreiwillig viel Zeit hatte, um über seine Person zu plaudern. Der Mittelfeldspieler ist nach dem emotionalen Derby gegen Schlieren in der Vorwoche nämlich verletzt. Eine Zerrung hinderte ihn am Einsatz gegen Centro Lusitano.

Motivator und Ruhepol sogleich

Der Leitwolf konnte zwar nicht aktiv eingreifen, war aber dennoch omnipräsent. Er verteilte Motivationsspritzen in Form von Handschlägen. «Marko ist ein Vorbild», lobt Birmensdorf-Trainer Fabio Stiz seinen Schützling, «mit seiner Erfahrung ist er der dominanteste Spieler der Liga.» Seine Einstellung, seine Leistung, seine Mentalität, seine Zweikampfstärke, seine niedrige Fehlpassquote – die Liste seiner Qualitäten ist lang. Sie fehlten im Spiel gegen den Tabellenachten. Die erste Halbzeit war wie ein Film mit Requisiten, aber ohne Darsteller. Die Mitspieler waren da, aber Regisseur Filipovic, der Offensive und Defensive verbindet, nicht. Schliesslich setzte sich Aufstiegskandidat Birmensdorf gleichwohl mit 2:0 durch (siehe separaten Artikel). Marko Filipovic behielt dabei stets die Ruhe. Bei der roten Karte, bei den Toren und beim Schlusspfiff.

Die Freude am Fussball

Sowohl auf als auch neben dem Platz ist der Bosnier der Ruhepol der Mannschaft. Diese Eigenschaft begleitete Filipovic quer durch Europa. Von der Ukraine via Frankreich ins Limmattal. 2012 begann er die Saison mit Dietikon in der 2. Liga interregional, um nach nur fünf Matches zwei Klassen tiefer zu wechseln. Fabio Stiz hatte ihn mit einem Jobangebot geködert.

Mit dem FCB sei der Aufstieg das Ziel, doch Filipovic gehe es in erster Linie um die Freude am Fussball. Das darf man ihm glauben.