Eiskunstlauf
Neuer Cheftrainer mit Spass auf der Pinguinensuche

30 Jahre Erfahrung im Eislaufsport hat der Münchner Ulrich Hartmann im Gepäck. Ab Montag ersetzt Ulrich Hartmann seinen Vorgänger Daniel Galliker als Cheftrainer beim EC Urdorf.

Fabian Sanginés
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Der neue Trainer des EC Urdorf, Ulrich Hartmann, in der Weihermatt.

Der neue Trainer des EC Urdorf, Ulrich Hartmann, in der Weihermatt.

Fabian Sanginés

Spätestens als Ulrich Hartmann das dritte Mal innert weniger Minuten herzhaft auflacht, glaubt man dem Münchner, wenn er sagt: «Ebenso wichtig, wie der Lerneffekt, ist für mich, dass in meinem Training alle Spass haben.»

Diesen Spass versucht der in Seon wohnhafte Wahl-Aargauer wenn immer möglich vorzuleben – mit ein Grund, weshalb er sich gegen diverse andere Bewerber um den Job als Haupttrainer beim Eislaufclub Urdorf durchgesetzt hat. «Neben seiner Erfahrung hat es mit Ulrich Hartmann auch zwischenmenschlich gestimmt», sagt ECU-Präsident Luk De Crom und fügt an: «Seine Freude an der Zusammenarbeit mit Kindern spürt man auf Anhieb – deshalb sehen wir ihn als richtigen Mann für diese Aufgabe.»

Langjährige Erfahrung

Jahrelang war Daniel Galliker Trainer beim EC Urdorf. «Weil er eine neue Herausforderung gesucht hat und dazu noch eine Weiterbildung in Angriff nehmen wollte, mussten wir uns nach einem Nachfolger umsehen.» Mit Hartmann, der zusammen mit seiner Frau Marie-Claude eine Eislaufschule gegründet hat, konnte De Crom einen Haupttrainer mit fast 30 Jahren Erfahrung gewinnen «der sowohl den Breiten-, als auch den Leistungssport hervorragend abdecken wird», wie der in Belgien geborene Wahlschweizer ergänzt.

Ebendieses breite Spektrum bewegte Hartmann auch dazu, sich beim EC Urdorf für die vakante Stelle als Haupttrainer, auf die er mittels Schweizer Eislauflehrer Verband aufmerksam geworden ist, zu bewerben. So legt der 51-Jährige derzeit ein spezielles Augenmerk auf die Anwerbung von Pingu-Kurs-Teilnehmern, also Kinder im Alter von 3 bis 5 Jahren. «In meinen freien Minuten verteile ich derzeit überall dort Werbezettel, wo es Kinder gibt», sagt Hartmann, der nebenbei auch noch beim EC Aarau tätig ist, lachend.

Permanenter Austausch

Als seine spezielle Philosophie nennt der studierte Grundschullehrer die Nähe zu den Eiskunstläuferinnen: «Fast noch wichtiger als Medaillen und Abzeichen ist mir das persönliche Verhältnis zu meinen Schülerinnen. Mit mir kann man auch über private Probleme sprechen.» Auch in der Einzelsportart auf dem Eis sieht sich Hartmann mit seinen Schützlingen immer als Team. «Schon in den Trainerkursen habe ich immer von «wir» gesprochen, was die Experten zuweilen verwirrte», erzählt der vollamtliche Trainer.

Dazu passt, dass der seit 1991 in der Schweiz wohnhafte Deutsche die Eislaufschule mit seiner Frau zusammen auf die Beine gestellt hat. «So findet natürlich ein nahezu permanenter Austausch zwischen uns statt und wir können Optimierungsmöglichkeiten jederzeit diskutieren.

Mit viel Spass

Manchmal müssen wir uns aber zwingen, vom Eiskunstlauf ganz abzuschalten», nennt Hartmann gleich die Vor- und Nachteile dieser Konstellation und ergänzt: «Deshalb brauche ich jeweils vier Wochen Sommerurlaub. Davon kann ich die mittleren beiden Wochen komplett abschalten und unbeschwert geniessen.»

Geniessen wird der neue ECU-Chefcoach auch seine morgen startende Amtszeit. Oder wie es Hartmann formuliert: «Ich bin überzeugt, dass wir hier viel Spass haben werden.»