Leichtathletik
Neue Rollen und Aufatmen

Der Schweizer Sprint-Staffel gelingt in Griechenland eine ansprechende Leistung. Mit Rolf Fongué, Suganthan Somasundaram und Steven Gugerli waren auch drei Limmattaler dabei.

Jörg Greb
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Rolf Malcom Fongué ist einer der drei Limmattaler Stützen in der neuformierten Schweizer Sprintstaffel.

Rolf Malcom Fongué ist einer der drei Limmattaler Stützen in der neuformierten Schweizer Sprintstaffel.

KEYSTONE

Die Limmattaler Topsprinter Rolf Fongué, Suganthan Somasundaram und Steven Gugerli übernehmen im 4×100-m-Staffelteam neue Rollen – am Europacup in Griechenland kam dies allerdings nur bedingt zur Geltung.

An den Heim-Europameisterschaften in Zürich letzten August sorgte die Schweizer 4×100-m-Sprintstaffel für höchst erfreuliche Schlagzeilen: Mit Rang 4 resultierte eine Klassierung, die dem Optimum sehr nahe kam und mit 38,54 Sekunden ein neuer Schweizer Rekord, der viel versprach. Mittlerweile ist das Team um Coach Laurent Meuwly durchgeschüttelt worden.

Nach einem Disput zwischen dem Staffelverantwortlichen und Schweizer Rekordhalter Alex Wilson sowie der Nummer 2 im Team, Amaru Schenkel, sind die Schweizer ohne die beiden Leistungsträger an den Europacup geflogen – mit neuer Rangordnung, neuer Zusammensetzung, angepasster Strategie und drei Limmattalern als Stützen.

Rolf Fongué in neuer Rolle

«Es kommt uns zugute, dass wir breit aufgestellt sind und über Persönlichkeiten verfügen», sagt Meuwly. An Rolf Malcolm Fongué denkt er im Speziellen. Der Dietiker wächst in die Rolle des Teamleaders hinein. Und, wie Meuwly attestiert, «Rolf übernimmt diese Aufgabe souverän». Fortschritte in der Lauftechnik, beim Selbstvertrauen und den spezifischen Staffel-Abläufen macht der Coach beim 27-Jährigen aus. «Ich zähle auf Rolf», sagt Meuwly, nachdem er ihn letztes Jahr noch in der Reservistenrolle gesehen hatte.

Dem Rekord-Quartett angehört hatte mit dem Unterengstringer Suganthan Somasundaram ein weiterer Limmattaler. Seine Rolle hat weiter an Gewicht gewonnen. Bei dieser Team-EM allerdings konnte der 22-Jährige diese nicht interpretieren. Aufgrund einer ärztlichen Behandlung letzte Woche mit einem Asthmamittel, das einer internationalen Ausnahmebewilligung bedurft hätte, wurde er nach Rücksprache mit Antidoping Schweiz nicht eingesetzt. Und Steven Gugerli musste kurzfristig gar auf die Reise verzichten: Er zog sich einen Muskelfaserriss in der Wade zu.

Also liefen die Schweizer in der unüblichen Formation mit Hürdenläufer Tobias Furer, Fongué, Bastien Mouthon und Pascal Mancini, ihm, dem einzigen letztjährigen Rekordstaffelmitglied. Mit der Zeit von 40,00 Sekunden gelang eine ansprechende Leistung: Rang 1 in der zweiten Serie, Rang 2 total und 11 wichtige Rangpunkte.

«Wir haben das Optimum herausgeholt», sagte Fongué. Im Vergleich: Letztes Jahr wurden die Schweizer in Riga an der Team-EM in 39,60 gestoppt – in Bestbesetzung. Was allerdings ebenso festzuhalten ist: Um die Olympia-Qualifikation für Rio 2016 wieder in realistische Bereiche zu korrigieren, wäre eine weitere Rekordverbesserung gefragt.

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