Schwingen
Nervenprobe für Jodok Huber

Drei eidgenössische Kranzschwinger teilen sich am Niklausschwinget die Favoritenrolle. Einer davon ist Jodok Huber.

Bruno Auf der Maur
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Limmattaler Zeitung

Erstmals steigt Jodok Huber morgen in der Dietiker Stadthalle mit dem Titel eines Eidgenossen ins Sägemehl. Der Titel bringt Ruhm, aber auch gesteigerte Erwartungen.

Unter den acht Schwingklubs im Kanton Zürich stellt der für die Organisation des traditionellen Niklausschwingets verantwortliche SK Glatt- und Limmattal mit sieben Teilnehmern die grösste Mannschaft. Das sehr junge Team wird aber kaum entscheidend ins Wettkampfgeschehen eingreifen können.

Konkurrenz ist gross

Die meist 16- bis 20-jährigen Nachwuchsschwinger werden es im Hinblick auf die starke Konkurrenz schwer haben, in die vorderen Ränge zu kommen.

Mit zwei Ausnahmen: Jodok Huber und Thomas Kammermann. Der 31-jährige Huber und der 23-jährige Kammermann sind auch die «Ältesten» im Team und drücken das Durchschnittsalter knapp über die 20-Jahre-Grenze. Von beiden und im Speziellen von Huber kann einiges erwartet werden.

Krönung der Saison in Frauenfeld

Die Krönung einer ausgezeichneten Saison erreichte der Bergdietiker mit dem Gewinn des eidgenössischen Kranzes in Frauenfeld. Aber schon zuvor lief es für Huber gut. Nach einer zweijährigen Wettkampfpause gewann er gleich bei seinem Comeback das Gibelschwinget. Ein Husarenstück schaffte Huber dann am Thurgauer Kantonalen mit seinem ersten Kranzfestsieg.

Nun bestreitet Huber am Sonntag den ersten Wettkampf als Eidgenosse. «Die Erwartungen sind gross. Plötzlich zählt man zu den Favoriten», so Huber. Trotz einer Trainingspause nach dem Eidgenössischen hofft der kräftige Turnerschwinger, dass er vorne mitmischen kann.

Elf Jahre nach Christian Vogel, der das Niklausschwinget in den Jahren 1994, 1995, 1997 und 1999 gewann, könnte Trumpf-Huber stechen. Unterstützung kann er von Kammermann erwarten. Der starke Techniker verpasste in dieser Saison einen Kranzgewinn mehrmals nur knapp.

Die Hallenschwingfeste scheinen Kammermann zu liegen: Vor elf Monaten belegte er am Berchtoldschwinget den dritten Rang. Ebenfalls am Start ist der Dietiker Matthias Bräm. Ob der 17-Jährige den Heimvorteil nutzen kann, wird der Wettkampf zeigen.

Gisler und Bless gilt es zu schlagen

Der zweifache eidgenössische Kranzschwinger Bruno Gisler aus dem Nordwestschweizer Verband zählt unter den 101 angemeldeten Schwingern zu den meistgenannten Siegesanwärtern. Mit neun Kranzgewinnen gehört Gisler in dieser Saison zu den erfolgreichsten Schwingern. Für den ehemaligen Zürcher Oberländer wäre ein Sieg am Niklausschwinget eine Premiere.

Dies gilt auch für den Appenzeller Michael Bless. Der Überraschungsmann des Eidgenössischen Schwingfestes mischte beim Saisonhöhepunkt in Frauenfeld an der Spitze kräftig mit und war hinter Jörg Abderhalden der zweitbeste Nordostschweizer.

Die Wettkämpfe beginnen um 8.30 Uhr. Für Jugendliche bis 16 Jahre ist der Eintritt frei. Zwischen Bahnhof Dietikon und Stadthalle steht von 7.30 bis 12 Uhr und von 17 bis 20 Uhr ein kostenloser Busbetrieb zur Verfügung.