Handball
Nachbarschaftshilfe in Sachen Aufstieg

In der 3. Liga der Frauen verzichtet der souveräne Qualifikationssieger SG Limmat/HCDU auf den Aufstieg. Nutzniesser könnte der TV Schlieren werden, weil auch der Zweitplatzierte verzichtet.

Fabio Baranzini
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Frauen Handball HCDU/Limmat - Schlieren
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HCDU-Spielerin wird am Abschluss gehindert
HCDU/Limmat in der Verteidigung
Der Kampf um den Ball
Schlieren im Abschluss
Schlieremerinnen im Angriff

Frauen Handball HCDU/Limmat - Schlieren

Michel Sutter

Die Saison der SG Limmat/HCDU in der 3. Liga war eine Demonstration: Die Limmattalerinnen haben am meisten Tore geschossen (445), haben am zweitwenigsten Tore kassiert (299) und haben in 18 Partien 17 Siege und ein Unentschieden herausgeholt. So hat sich das Team mit 11 Punkten Vorsprung souverän den ersten Tabellenrang gesichert.

Für Trainerin Karin Binder ein überraschender Erfolg: «Eigentlich wollten wir uns am Ende der letzten Saison auflösen, weil wir keine Torhüterin hatten. Wir haben dann doch weitergespielt, um jungen Spielerinnen eine Plattform zu geben.»

Interessante Mischung

So setzte sich das Team in dieser Saison aus vier Juniorinnen und sechs Akteurinnen aus der ersten Mannschaft (HC Dietikon-Urdorf, 2. Liga) zusammen, die jeweils in ihren angestammten Teams trainierten, die Meisterschaft jedoch mit der SG Limmat/HCDU in der 3. Liga bestritten.

Ergänzt wurde die Equipe durch die ehemaligen NLA-Spielerinnen Karin Binder, Sara Alt und Barbara Snedkerud, sowie der früheren NLB-Akteurin Karin Edler. Diese vier Spielerinnen brachten die nötige Erfahrung mit, auch wenn sie mittlerweile nicht mehr trainieren, sondern nur noch die Meisterschaft bestreiten. Auf der vakanten Torhüterposition wurde munter durchgewechselt mit Spielerinnen, die normalerweise nicht im Tor stehen.

Unter diesen Voraussetzungen ist ein Aufstieg in die 2. Liga kein Thema, auch wenn es mit einer Umbenennung des Teams in HC Limmat möglich gewesen wäre, obwohl die erste Mannschaft des Vereins bereits in der 2. Liga spielt. «Wir wollen an unserem Konzept festhalten und die jungen Spielerinnen an die erste Mannschaft heranführen», erklärt Binder.

Die einzige Mannschaft, die es in dieser Saison geschafft hat, der SG Limmat/HCDU einen Punkt abzuknöpfen, war der TV Schlieren. Die Equipe von Trainer Antonio Ciccarese hat sich in dieser Saison hervorragend geschlagen und besser abgeschnitten, als dies erwartet werden durfte.

«Wir haben einen super Zusammenhalt entwickelt, was nicht zuletzt Manuela Frieden zu verdanken ist, die das Team gegründet hatte und jetzt dafür sorgte, dass die Motivation stets hoch blieb. Zudem hatten wir die beste Defensive der Gruppe», erklärt Ciccarese.

Als Lohn für die starke Saison winkt nun vielleicht gar der Aufstieg in die 2. Liga. Neben der SG Limmat/HCDU wird nämlich auch der zweitplatzierte HC Pfadi Regensdorf den Aufstieg nicht wahrnehmen.

So könnte - wenn der Handballverband grünes Licht gibt und nicht einen Absteiger weniger ausruft - Schlieren als lachender Dritter aufsteigen. Antonio Ciccarese hat sein Team jedenfalls bereits für einen möglichen Aufstieg angemeldet.

Zusammenarbeit möglich

Vereinspräsident Ruedi Meier steht dem allfälligen Aufstieg aber eher skeptisch gegenüber, wird dem Team jedoch die Entscheidung überlassen. «Ich glaube nicht, dass das Potenzial für die 2. Liga reicht, aber ich verstehe, dass der Reiz vorhanden ist, einmal eine Liga höher anzutreten. Man muss sich aber fragen, ob das ein langfristig sinnvoller Entscheid ist.»

Im Falle eines Aufstiegs käme allenfalls auch eine Zusammenarbeit mit dem HCDU infrage, allerdings streben die Schlieremer keine Spielgemeinschaft an, sondern möchte unter ihrem eigenen Namen weiterspielen. Gespräche zwischen den beiden Vereinen haben bereits stattgefunden.