Es war ein Fussballspiel wie eines von vielen, an jenem Sonntagmittag zwischen dem FC Srbija und dem FC Birmensdorf. Die Partie verlief ruhig, ohne nennenswerte Aufreger, grobe Fouls oder dergleichen. Bis zur 70. Minute, als Srbijas Aussenverteidiger Marko Janicijevic im Laufduell mit Steven Stiz, von jenem gerempelt und aus vollem Lauf, mit dem Bein in den Pfosten eines an der Seitenlinie platzierten Sieben-Meter-Tores fliegt.

Darauf überschlugen sich die Ereignisse. Der Gefoulte blieb mit schmerzverzerrtem Gesicht liegen, während Trainer und Ersatzspieler der Gastgeber aufsprangen und zum Tatort stürmten. Dann ging der Verursacher selbst zu Boden, worauf der Srbija-Trainer Dargoslav Janicijevic wurden wegen einer Tätlichkeit vom Platz geschickt. Es kam zu einer grossen, unübersichtlichen Rudelbildung. Was sich dann genau abspielte, darüber gehen die Meinungen auseinander.

Fragwürdige Umstände

Wie konnte es überhaupt zu dieser unschönen Szene kommen? Unbestritten war es ein Foul. Trotzdem wäre die Situation wohl kaum dermassen eskaliert, wenn der Spieler nicht in den Pfosten des Tores geflogen wäre. Die Frage darf erlaubt sein, wieso weder der Schiedsrichter während der Platzinspektion noch die Gastgeber, die praktisch alle Heimspiele auf diesem Platz bestreiten, die daneben stehenden Tore als gefährlich eingestuft haben. Immerhin standen gleich zwei davon an der Seitenlinie, es war wohl nur eine Frage der Zeit, bis sich ein derartiges Unglück ereignete.

Abbruch als Zeichen

Der ansonsten souveräne Schiedsrichter gab sein Bestes, die erhitzen Gemüter zu beruhigen und gab vor, weiterzuspielen. Für die Limmattaler jedoch war daran nicht mehr zu denken und so wurde die Partie abgebrochen. «In erster Linie wollten wir ein Zeichen setzten, bei solcher Aggressivität machen wir nicht mehr mit», erklärt Birmensdorf-Trainer Fabio Stiz den Abbruch. «Weiterzuspielen wäre ein zu grosses Sicherheitsrisiko gewesen. Wir haben ein paar Hitzköpfe, sie haben welche, das wäre nicht gut gekommen.» Sladjan Selakovic, Captain von Srbija, war da anderer Ansicht: «Der Schiedsrichter wollte weiter spielen, wir wollten weiterspielen - die Reaktion war einfach unsportlich und übertrieben.»

Fussball gespielt wurde auch noch

Fussball gespielt wurde zuvor übrigens auch noch, sogar sehr ordentlich. Das Spiel war temporeich, die beiden Mannschaften agierten kreativ und kamen mittels anschaulichen Kombinationen zu guten
Offensivaktionen. Trotz der Absenzen einiger Leistungsträger zeigten sich die Birmensdorfer ebenbürtig. Das einzige Tor in den 70 Minuten erzielte jedoch die Heimmannschaft; Captain Sladjan Selakovic – früher ein gefürchteter Torjäger des FC Birmensdorf – verwandelte in abseitsverdächtiger Situation cool zum 1:0.

Die Birmensdorfer haben Protest gegen die Wertung der Partie eingelegt. Es bleibt abzuwarten, wie der Verband entscheidet. Für die Limmattaler, die im Tabellenmittelfeld stehen, geht es um nicht mehr viel. Für den Leader Srbija hingegen um möglicherweise entscheidende Punkte im Aufstiegsrennen.