Vor gut zwei Wochen musste die 1.-Liga-Partie zwischen dem FC Mendrisio und dem FC Baden nach 58 Minuten abgebrochen werden. In der ersten Halbzeit hatten sich die beiden Fanlager provoziert und beschimpft, Gästefans versuchten, in den abgetrennten Sektor der Mendrisio-Fans zu gelangen. In der zweiten Halbzeit zündeten Baden-Fans Fackeln und Knallkörper an der Seitenlinie, unmittelbar vor dem Linienrichter – der Schiedsrichter brach die Partie ab.

Der Fall Mendrisio ist derzeit beim Schweizerischen Fussballverband (SFV) hängig. Romano Clavadetscher, Präsident der Ersten Liga beim Schweizerischen Fussballverband, erklärt auf Anfrage: «Wir müssen jetzt ein Zeichen setzen und einen Weg finden, solche Vorfälle künftig auszuschliessen.» Es stehe in der Macht des Fussballverbandes Bussen auszusprechen, wobei er finde, dass dies alleine das Problem nicht lösen würde. «Wir müssen mit den Vereinen als Ultima Ratio auch die Frage diskutieren, ob bei gewissen Spielen die Fans einer oder beider Mannschaften nicht mehr zugelassen werden. Unser gemeinsames Ziel ist es, das Problem in den Griff zu bekommen», sagt Clavadetscher.

Derzeit wertet der SFV das letzte Videomaterial aus. «Wir werden die Vorfälle des abgebrochenen Spiels an der Komiteesitzung am kommenden Freitag im Detail prüfen und dann unsere Entscheide treffen», so Clavadetscher. Kommunizieren werde der SFV die Entscheide voraussichtlich in der darauffolgenden Woche. Das Komitee der Ersten Liga besteht aus fünf Mitgliedern plus dem Präsidenten, wobei dieser den Stichentscheid fällen kann. Der Fussballverband wird überdies einen reglementarischen Entscheid treffen, also die Frage klären, ob das Spiel wiederholt wird oder ob es als Forfait endet. Bei einem Forfait bestehe die Möglichkeit, das Spiel als Sieg für eines der beiden Teams oder als Forfait-Niederlage für beide Teams zu werten, erklärt Clavadetscher. «Im zweiten Fall würden beide Teams in der Tabelle null Punkte und null Tore erhalten.»

In sämtlichen Ligen des Schweizerischen Fussballverbandes gelte, dass die Vereine für das Verhalten ihrer Anhänger verantwortlich sind. «Beim Spiel Mendrisio-Baden war es gemäss aktuellem Ermittlungsstand der Fall, dass die Fanlager beider Vereine für Vorkommnisse verantwortlich sind, welche letztendlich dazu geführt haben, dass der Schiedsrichter die Partie abgebrochen hat.» Diese Aussage Clavadetschers lässt darauf schliessen, dass wohl beide Vereine für die Vorkommnisse vom 6. September büssen werden – sei es mit null Punkten, einer Busse oder sogar Spielen ohne eigene Fans. FC-Baden-Präsident Thomi Bräm wollte sich auf Anfrage nicht zum laufenden Verfahren äussern.