Eishockey
Nach ernüchternder Saison: Topskorer der Limmattal Wings hat die Nase voll

Die 3. Liga Eishockeyaner der Limmattal Wings machen zu wenig aus ihrem Potenzial und beenden die Saison auf Platz acht oder neun. Topscorer Michael Frei hat den Spass verloren und verlässt das Team.

Fabio Baranzini
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Limmattal Wings - Seewen
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Thomas Gebistorf kann den Puck nicht abwehren.
Peter Frenzel (16) kann das Tor nicht verhindern.
Peter Frenzel (Limmattal Wings)
Simon Mettler (9) zieht vor dem Tor von den Wings ab. Nicolas Gamper (10) versucht zu verteidigen.
Marco Birrer (92, Wings) gegen Stefan Speck
Lukas Lussmann (Seewen weiss) vor dem Tor von Thomas Gebistorf
Andreas Aschwanden (Seewen) im Duell mit einem Limmattaler
Limmattaler im Duell mit Seewener

Limmattal Wings - Seewen

Fabio Baranzini

Eigentlich hätte in dieser Saison alles besser werden sollen bei den Limmattal Wings. Doch es blieb beim Konjunktiv. Obwohl Trainer und Vereinspräsident Mike Weiss seinem Team das Potenzial für einen Platz in den Top 5 attestierte, wird es nach der jüngsten Niederlage gegen Seewen (1:4) am Ende im besten Fall Rang acht werden. Auch die gravierenden Mängel in der Defensive aus dem Vorjahr konnten nicht wesentlich behoben werden. Vor dem letzten Spiel am Samstag gegen Illnau-Effretikon stehen bei den Wings bereits wieder 101 Gegentreffer zu Buche, der zweitschlechteste Wert in der Gruppe 4.

«Wir machen auf allen Positionen Fehler. Es beginnt mit den Stürmern, die das Forechecking und das Rückwärtslaufen nicht konsequent umsetzen, setzt sich bei den Verteidigern fort, die sich zu schnell ausspielen lassen, und endet beim Torhüter», findet Weiss klare Worte. Erschwerend kommt hinzu, dass in dieser Saison auch die Offensivabteilung versagt. Nur gerade 56 Tore haben die Wings bislang erzielt. Einzig Schlusslicht Bassersdorf erzielte noch einen Treffer weniger.

Macht man sich auf die Suche nach Erklärungen für die schwachen Leistungen der Wings, springt ein Punkt sofort ins Auge: die Trainingspräsenz. «Das ist ein altbekanntes Problem, aber in dieser Saison war die Anwesenheit schlicht katastrophal», nimmt Weiss kein Blatt vor den Mund. Teilweise seien lediglich sieben Spieler aufgekreuzt. «So können wir kein Powerplay und keine Angriffsauslösungen trainieren. Entsprechend ist es nicht möglich, dass wir uns im Spiel blind verstehen.»

Topskorer Michael Frei geht gar noch einen Schritt weiter. «So macht Eishockey keinen Spass mehr», sagt er. Die Konsequenz: Frei (9 Tore, 12 Assists) informierte seine Teamkollegen nach dem Spiel gegen Seewen, dass er die Mannschaft Ende Saison verlassen wird. Ob er in der 2. Liga auflaufen oder eine Auszeit nehmen wird, lässt er noch offen.

Kooperation beibehalten

Mike Weiss, der wohl auch im kommenden Jahr an der Bande der Wings stehen wird, hat zwei Ansätze, um die Trainingspräsenz zu erhöhen: «Einerseits möchten wir in Wettingen vor 22 Uhr trainieren können und andererseits muss die Koordination mit unserem Partnerverein Urdorf verbessert werden.» Es ist die erste Saison, in der die Zusammenarbeit zwischen dem 2.-Liga-Vertreter und den Wings zur Anwendung kommt. Die Spieler erhielten die Möglichkeit, von Montag bis Freitag täglich in einem der beiden Clubs zu trainieren. «Das war für die Spieler super, aber für mein Team nicht. Es haben zwar alle trainiert, aber nicht als Team», erklärt Weiss. Dennoch zieht er ein positives Fazit: «Vom Spieleraustausch haben wir profitieren können.» Darauf hoffen die Wings auch in der kommenden Saison, damit es wieder aufwärtsgeht.

12. Niederlage: 1:4 gegen Seewen

Entgegen dem Spielverlauf eröffneten die Wings im letzten Heimspiel der Saison gegen den EHC Seewen in der 10. Minute das Skore. Frenzel hatte mit einem satten Schuss von der blauen Linie getroffen. Bis zur 37 Minute konnten die Gastgeben diesen Vorsprung halten, liessen allerdings mehrere hochkarätige Chancen in Überzahl ungenutzt. Das rächte sich, denn in den letzten drei Minuten des zweiten Abschnittes traf Seewen gleich zwei Mal. Den 1:2-Rückstand konnten die Wings nicht mehr aufholen. Im Schlussabschnitt kassierten sie zwei weitere Treffer und verunmöglichten eine Aufholjagd mit unnötigen Strafen. «Es war ein typisches Spiel für diese Saison. Sobald wir eine Strafe kassieren, werden wir nervös, die Blöcke müssen verändert werden und schon klappt nichts mehr», bilanzierte Wings-Topskorer Michael Frei nach dem Spiel resigniert.