Die letzten vier Matches hatten die Squash-Spieler von Vitis Schlieren ausnahmslos alle gewonnen. Das Problem: Uster, der Gegner der Partie am letzten Donnerstag, auch. So versprach das Match zwischen den Zweit- und Drittplatzierten der NLA-Tabelle schon im Vorhinein ein spannendes Messen auf höchstem Niveau zu werden.

Die Ustemer starteten wie schon so oft in dieser Saison mit dem deutschen Topspieler Raphael Kandra, der zurzeit den 52. Platz der Weltbestenliste besetzt. Der Schlieremer Spieler und Coach John Williams, der sich nach eigenen Angaben wegen einer kleinen Verletzung im Nacken nicht in Topform für das Spiel befunden hatte, verlor gegen den Weltklassespieler klar mit 0:3. «Trotzdem ist vor allem eine so klare Niederlage enttäuschend», so Williams. Er hatte sich mehr erhofft. «Ich bin nicht davon ausgegangen, dass ich gewinnen werde, aber dass ich wenigstens nicht zu Null verliere und so meiner Mannschaft noch ein paar Punkte einbringen kann.»

Manuel Wanner - Robin Gadola

Manuel Wanner - Robin Gadola

Luca Wilhelmi - Dimitri Steinmann

Luca Wilhelmi - Dimitri Steinmann

John Williams - Raphael Kandra

John Williams - Raphael Kandra

Spannendes Ende trotz Übermacht

Auch die restlichen Schlieremer konnten das Spiel nicht mehr richten. Der junge Luca Wilhelmi scheiterte an einem Konkurrenten auf Augenhöhe mit 1:3. Schon zur Halbzeit sah es also mit zwei verlorenen Matches gar nicht gut aus für die Schlieremer. Der hart erkämpfte und umkämpfte Sieg von David Heath über den ehemaligen Weltklasse-Spieler Florian Pössl brachte Vitis noch ein letztes Mal die Hoffnung auf ein Sieg zurück. Denn die Erwartungen auf dem aufstrebenden Schlieremer Spieler Manuel Wanner waren hoch.

Tatsächlich lieferten sich die beiden Jungspieler Wanner und Gadola ein sich ewig hinziehendes Match in fünf Sätzen. Wanner führte zwar lange im letzten Satz, der Ustemer drehte aber zum Schluss noch einmal auf und entschied die Partie und somit den Sieg für Uster. «Wir haben alle gehofft, dass Manuel sein Spiel gegen Gadola gewinnt, aber letztlich hätte es ohnehin nichts mehr geändert», so John Williams nach dem Spiel. Auch ein Sieg von Wanner im letzten Satz hätte Vitis wegen den zu vielen vorher verlorenen Sätzen nicht mehr vor der Niederlage gegen Uster bewahren können.

Spitzenkampf noch nicht aufgegeben

«Klar ist es sehr enttäuschend zu verlieren, nachdem es lange so gut gelaufen ist für uns. Aber Uster war heute um einiges stärker als wir», beurteilt Williams die eigene Leistung und die der Gäste. «Es ist nicht das Ende der Welt für uns, da wir immer noch weit vorne in der Tabelle sind. Dafür ist es nun umso wichtiger für uns, jetzt gegen die schwächeren Teams unbedingt zu gewinnen, um unseren Platz in den Top 4 zu halten», schaut John Williams in die Zukunft. «Vor allem müssen wir nun auf jeden Fall die letztplatzierten Fricktaler am nächsten Wochenende schlagen», so der Coach.

Weiter erklärt Williams, ihr Ziel sei es immer gewesen, in die Playoffs zu kommen. «Diese Niederlage sei wie eine kleine Bremsschwelle (solche, die manchmal eingesetzt werden, um den Autos die Geschwindigkeit zu nehmen). Aber wir sind weiterhin auf einem guten Weg», so der positiv gestimmte John Williams.