Ein Trümmerhaufen sieht anders aus. Zwar verlor der 1.-Liga-Absteiger während der Relegationsrunde Trainer Karsten Hackel – der notabene Tage zuvor einen auch für die 2. Liga wirksamen Vertrag unterschrieben hatte – sowie die Spieler Daniel Imhof und Andreas Regner. Doch im Gegensatz zum Schicksal vieler Absteigermannschaften kam es zu keinem kollektiven Rückzug verdienter Teamstützen. Auch wenn es wohl nie so einfach wie jetzt gewesen wäre, ein Karriereende zu begründen.

Letzte Woche luden Sportchef Dominik Hari und sein Vorstandskollege Heinz Burla die bisherigen Spieler der ersten und der zweiten Mannschaft, die in einer Spielgemeinschaft mit dem HC Limmat ebenfalls in der 2. Liga engagiert ist, zu einer Art Kick-of-Meeting. Die gut 30 Spieler wurden dabei in die zwei Teams eingeteilt. Das bisherige «Zwei» startet nun – weiterhin als Spielgemeinschaft – unter dem Namen HC Limmat.

Der Wiederaufstieg ist das mittelfristige Ziel

Die Absteigertruppe soll nach wie vor das Leistungssport-Element des Vereins bilden und sie wurde klar mit dem mittelfristigen Auftrag des Wiederaufstiegs ausgestattet. «Es ist klar, dass in dieses Team nur Spieler gehören, die bereit sind, regelmässig dreimal pro Woche zu trainieren», sagt Dominik Hari und verlangte mittels internem «Rütli-Schwur» von den Anwesenden auch gleich ein klares Bekenntnis zu diesem Aufwand. 18 Spieler starteten diese Woche im Fanionteam ins Sommertraining.

Auch Teamleader Stefan Galli steht hinter dem Aufstiegsziel, das für die vielen Langzeit-Mitarbeiter der ersten Mannschaft auch eine Art Wiedergutmachung für den Abstieg darstellt. Aber er stellt klar: «Es ist keine Pflicht, dieses Ziel gleich in der nächsten Saison zu erreichen. Das erste Jahr nach einem Abstieg ist ohnehin schwierig genug.»

Vier Problemfelder bleiben

Für den HC Dietikon-Urdorf ergeben sich in der Tat gleich vier Problemfelder: Die grösste Baustelle ist der Posten des Trainers. Das erste Training am Dienstag leitete Peach Rusert. Er wird interimistisch jeweils dienstags als Übungsleiter amten. Mehr liegt für ihn zeitlich nicht drin. Dominik Hari nutzte die Zusammenkunft der Aktiven zu einem Aufruf in eigener Sache.

Jeder mit Ideen zu möglichen Traineranwärtern solle sich doch dringend bei ihm melden. Er definiert die Trainersuche als «ein Miteinander». Die fünf hoffnungsvollsten Kandidaten hat Hari jedoch bereits angefragt und wurde dreimal mit Absagen konfrontiert. Zwei Joker bleiben vorerst im Ärmel. Und die Feststellung: «Es ist wie erwartet schwierig.» Der Sportchef hofft, dass sich die Spieler vom derzeitigen Zustand der Ungewissheit nicht zu einem Umdenken verleiten lassen und den Bettel doch noch hinschmeissen.

Zweite Baustelle ist die Torproduktion. «Mit Imhof fehlen uns aber zehn Tore pro Spiel», antwortet Stefan Galli nüchtern auf das anerkennende Lob, nur einen Feldspieler verloren zu haben. Ob sich unter den sechs bis acht einzubauenden Nachwuchstalenten ein möglicher Goalgetter befindet?

Spieleraustausch wird schwieriger

Das dritte Problemfeld betrifft die reglementarischen Voraussetzungen. Die Spieler der zweiten Mannschaft müssen zum HC Limmat transferiert werden. Ein Hin und Her von Spielern wie in der abgelaufenen Meisterschaft wird nächste Saison nicht mehr möglich sein. Ausgenommen sind Junioren mit Doppellizenz.

Die letzte Baustelle bleibt die Teamzusammenstellung. Hari betont zwar, dass die derzeitige Einteilung nur eine provisorische Momentaufnahme ist. Den eigentlichen Entscheid, wer mit wem harmoniert und eine schlagkräftige Truppe bildet, kann eigentlich nur der (fehlende) Trainer fällen. Stefan Galli zumindest meldet bereits eine gewisse Skepsis an. «Ich hoffe, es gibt noch Korrekturen, denn ich denke nicht, dass es sportlich funktionieren kann, wenn die halbe Mannschaft aus Junioren besteht. Der eine oder andere Routinier aus der zweiten Mannschaft würde uns gut anstehen.»