Fussball
Nach 0:2 Niederlage: Dem FC Urdorf droht der Abstieg

Die «Stiere» unterliegen Zürich-Affoltern 0:2 – die 3. Liga naht. Die Niederlage gestern war nicht das Produkt von Fremdfehlern oder gar von Spuk, sondern auf das Unvermögen der Urdorfer selbst zurückzuführen.

Raphael Biermayr
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Der Drittletzte bleibt in der 2. Liga. Diese frohe Botschaft hatte die Urdorfer am Samstagabend ereilt. Weil definitiv kein Vertreter des Zürcher Regionalverbands aus der 2. Liga interregional absteigen wird, war für die Limmattaler klar: Wenn sie den 12. Platz bis zum Saisonende verteidigen würden, würde das kleine Märchen andauern.

Wenige Stunden später war die Stimmung bei ihnen alles andere als märchenhaft. Das Schlüsselspiel gegen den ersten Verfolger Zürich-Affoltern ging 0:2 verloren, womit die «Stiere» zwei Runden vor dem Ende zwei Punkte Rückstand auf das rettende Ufer aufweisen.

Beim ersten Aufeinandertreffen Unentschieden gespielt

Zürich-Affoltern? Zwei Punkte? Da klingelt doch was. Tatsächlich: Beim ersten Aufeinandertreffen Ende Oktober resultierte ein 3:3. Die «Stiere» verpassten damals die Möglichkeit, wegen eines eindeutigen Fehlers des Unparteiischen Protest einzulegen - weil sie die Frist dafür aus Nachlässigkeit verstreichen liessen.

Anderfalls hätten sie die Aussicht auf ein Wiederholungsspiel gehabt. Natürlich ist ein solches Match keine Garantie auf drei Punkte. Aber es ist bezeichnend, dass einen derlei Fehler am Ende einholen und quälen - wie ein böser Geist im Märchen.

Urdorf ist schwächer im Abschluss

Die Niederlage gestern war nicht das Produkt von Fremdfehlern oder gar von Spuk, sondern auf das Unvermögen der Urdorfer selbst zurückzuführen. In einer Kamikazepartie mit Chancen hüben wie drüben waren die Gäste das abschlussschwächere Team. Roman Pfister vergab in der ersten Halbzeit eine sogenannte «tausendprozentige Tormöglichkeit» infolge Überhastung; in der Nachspielzeit der Partie war die Chance nicht mehr ganz so hochkarätig, das Verdikt aber dasselbe.

Kommt dazu, dass Pfisters Teamkollege aus vergangenen Birmensdorfer Zeiten, Affoltern-Torhüter Marco Kolb, einen grossen Tag erwischte. Er parierte einen tückischen Ablenker von Captain Adrian Vogel (44.) genauso wie den Schuss aus nächster Nähe von Leandro Cicolecchia (92.). Die Gastgeber agierten in der Offensive ebenfalls zumeist unvorteilhaft, legten in zwei Situationen in der 54. und 84. Minute aber mehr Entschlossenheit an den Tag, was letztlich zum Erfolg reichte.

Dass Urdorfs Trainer Röbi Rhiner trotz der prekären Ausgangslage an seiner Linie festhielt und Routinier Cicolecchia nur als Joker brachte, ehrt ihn. Gut möglich aber, dass - wie der verpasste Protest - auch das zu einem Geist wird, der die Limmattaler nachträglich heimsuchen wird.