Der Cup und der Profi Moreno Merenda wurden aus sportlicher Sicht noch keine ganz dicken Freunde. «Dreimal stand ich mit einen Teams im Halbfinal. Dreimal galten wir als Favorit. Und dreimal schieden wir aus.» 2005 gelang ihm in diesem Wettbewerb für den FC St. Gallen aber ein Hattrick. Doch auch mit diesen drei Toren hatte der Baarer einen schweren Stand beim damaligen Trainer Ralf Loose und wechselte deshalb auf die Rückrunde 2006 hin zum FC Schaffhausen.

Nun stürmt Merenda seit 2012 beim Erstligisten SC Cham. Und dieser hat bekanntlich das ganz grosse Los mit Cup-Titelverteidiger FC Zürich gezogen. «Es müssen einfach alle an dieses Achtelfinalspiel kommen und ein Fest daraus machen», sagt der 36-jährige zweifache Familienvater, diesmal mit Begeisterung.

Sinn des Cups würde verzerrt

Selbstredend wird Frau Rahel mit Sohnemann Marzio (bald 4-jährig) und Lorena (6 Monate) auf der Tribüne der Zuger Hertiallmend (Mittwoch, 19.30 Uhr) mitfiebern. Die Gattin macht sich im rund 15-köpfigen Organisations-Komitee nützlich, «deshalb weiss ich aus erster Hand, was es für einen kleinen Klub bedeutet, eine Veranstaltung wie diese auf die Beine zu stellen», macht Merenda klar. Er bedauert, dass die Partie aus Sicherheitsgründen nicht auf dem heimischen Eizmoos stattfinden kann. «Möglicherweise kommen aber einige Zuger ans Spiel, die sonst zu Hause bleiben würden», hofft der Goalgetter (10 Saisontore).

Der Sinn des Cups würde dennoch verzerrt, denn die enormen Auflagen würden den Verein belasten. «Der Cup soll doch dazu da sein, dass Klubs von der 1. Liga abwärts finanziell profitieren können. Es ist einfach schade, dass eventuell mit roten Zahlen gerechnet werden muss. Das ist nicht im Sinn des herkömmlichen Cups und müsste dringend überdacht werden.»

Die Vorfreude beim Routinier ist dennoch da für die morgige Partie. «Ich freue mich, das Kribbeln ist da. Für meine Teamkameraden ist es ein Highlight, für mich hingegen ist es nicht etwas vollkommen Neues.» Sein Tipp, wie seine Mitspieler mit der Nervosität umgehen sollten, lautet: «Man muss diese mit der ersten Aktion auf dem Platz ablegen. Danach soll man einfach geniessen, was abgeht.»

Buochs hat es vorgemacht

Ursprünglich war vorgesehen, dass Merenda für eine Saison das Chamer Dress tragen soll. Dass die Übereinkunft nun bereits die dritte Spielzeit andauert, ist dem familienfreundlichen Umfeld des Klubs zu verdanken. «Meine Familie ist extrem gut aufgenommen worden. Alle passen auf Marzio auf, wenn er im Stadion herumtollt.»

Allerdings musste Merenda auch die Nachteile des Amateurdaseins kennen lernen. «Als Profi freutest du dich auf das nächste Training. Wenn du aber von der Arbeit kommst, weicht die Begeisterung etwas. Auch zehren Partien auf tiefen Böden an den Kräften, da kann mich der Muskelkater schon mal zwei, drei Tage lang plagen. Und Massagen sind auf diesem Level nicht jederzeit zu bekommen.»

Nun aber ruht die Meisterschaft seit dem 16. November, die Chamer treten regeneriert zu diesem Cupfight an. Vor gut zwei Jahren warfen sie Servette, damals noch in der Super League, in der ersten Runde aus dem Cup. Der FC Zürich mit Chikhaoui, Etoundi, Chermiti, Rodriguez, Chiumiento oder Schönbächler ist zwar ein viel gröberer Brocken. Doch der SC Buochs (2. Liga inter) hat gegen die Young Boys vorgemacht, wie man einen Oberklassigen eliminiert. Falls dem SC Cham diese Nachahmung gelingen sollte, dann könnten Amateur Moreno Merenda und der Cup vielleicht doch noch ganz dicke Freunde werden.