Sportklettern
Mit voller Kraft hinauf in die letzte Saison?

Die Urdorferin Rebekka Stotz gibt sich selbstbewusst vor dem Saisonstart. Sie will an der diesjährigen Lead-Europameisterschaften über sich hinauswachsen und ein Topresultat erzielen.

Nicola Imfeld
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Rebekka Stotz
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Rebekka Stotz will in dieser Saison hoch hinauf.
Ist es ihre letzte Saison als Spitzensportlerin?
Konzentriert und zielstrebig: Rebekka Stotz.

Rebekka Stotz

Nicola Imfeld

Die Freude über den ersten Finaleinzug im Weltcup musste gross gewesen sein. Die Sportkletterin Rebekka Stotz erreichte im letzten Jahr das erste Mal in ihrer Karriere eine Finalteilnahme in Weltcup. «Es war sehr speziell, weil es in Grindelwald war und viele Bekannte dabei waren.» Auch sonst konnte die 22-jährige überzeugen. Sie holte sich souverän den Schweizer Meistertitel im Lead und erreichte in ihrer Zweit-Disziplin Bouldern den zweiten Schlussrang.

Einzig an den Weltmeisterschaften konnte die ehrgeizige Urdorferin nicht gänzlich überzeugen. Im spanischen Gijon erreichte sie an der Lead-WM den akzeptablen 13. Platz. In München kam sie im Bouldern aber nicht über den 30. Rang hinaus.

Anlass genug um in dieser Saison noch eine Schippe draufzulegen. «Ich will mehr Halbfinals erreichen und meinen Finaldurchgang in Grindelwald bestätigen. An der EM will ich im Lead ein Spitzenresultat erzielen», sagt die ambitionierte Urdorferin.

Stotz strebt Spitzenplatz an der EM an

Der Höhepunkt in diesem Jahr werden die Europameisterschaften im französischen Chamonix (Lead) und Innsbruck (Bouldern) sein. «In dieser Saison werde ich mich aufgrund meines Studiums erneut auf die Disziplin Lead konzentrieren.», sagt Stotz. Für sie ist das Bouldern aber ebenfalls wichtig, weil es eine gute Ergänzung zur Lead-Disziplin ist.

Die sympathische Zürcherin musste sich während der Vorbereitung mit einer Verletzung rumschlagen. «Ich bin im Training mit meinem Fuss umgeknickt. Zum Glück war es aber nichts Ernstes.» Während des Winters war Stotz im Schul-Stress und hatte wenig Zeit fürs Training. Trotzdem ist sie mit ihrer Vorbereitung zufrieden und gibt sich zuversichtlich vor dem Saisonstart in Innsbruck.

Fünf Trainings pro Woche

Stotz absolviert zurzeit ein Studium als Physiotherapeutin in Landquart. Sie bringt das Studium und den Spitzensport gut unter einen Hut. «Bis jetzt passt es, obwohl es manchmal stressig sein kann.» Das Reisen in verschiedene Länder schätzt die 22-Jährige. «Ich bin aber froh, wenn ich möglichst wenig von den Städten zu sehen bekomme. Die Halbfinals und der Finaldurchgang finden nämlich immer am zweiten Tag statt. Dann will man natürlich noch dabei sein», sagt Stotz lachend.

Die Urdorferin, die ihren Sport als «abwechslungsreich» beschreibt, hat bereits im zarten Alter von zwölf Jahren mit dem Sportklettern angefangen. In der Schule hat sie ihre Passion in einer Projektwoche kennen gelernt. Das junge Talent steht fünfmal pro Woche in der Kletterhalle. Dort arbeitet sie mit ihrem Trainer Urs Stöcker, der das ganze Nationalteam betreut, im technischen und physischen Bereich. «Urs ist meine Ansprechperson», sagt Stotz über ihren Trainer.

Wenn sie mal nicht am Trainieren ist, unternimmt Stotz gerne was mit Freunden. «Klar gehe ich auch mal in eine Bar, aber nur, wenn am nächsten Tag trainingsfrei ist», sagt die 22-Jährige pflichtbewusst.

Karriereende in Sicht

Angesprochen darauf, wann wir vom ersten Sieg berichten können, lächelt sie und sagt: «Das wird schwer und wird wahrscheinlich noch etwas dauern.» Die Urdorferin hat in der nahen Zukunft noch andere Pläne als das Sportklettern. «Ich weiss nicht wie lange ich auf diesem Niveau noch konkurrieren möchte», relativiert dann aber gleich: «Solang es mir noch Spass macht, bleibe ich mit vollem Elan dabei.»