Sportler von morgen
Mit einem dynamischen Arm und optimalen Massen auf dem Weg zum Profi

Der Limmattaler Jan Tanner spielt erst seit drei Jahren Handball und zählt bereits jetzt zur Stammformation der U19-Nationalmannschaft. Seine Karriere begann beim HC Limmat, und nach einem halben Jahr wollte ihn bereits GC Amicitia Zürich.

Fabio Baranzini
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Jan Tanner: Sein dynamischer Arm führte ihn innerhalb von nur drei Jahren in die Junioren-Nationalmannschaft.

Jan Tanner: Sein dynamischer Arm führte ihn innerhalb von nur drei Jahren in die Junioren-Nationalmannschaft.

Linkshänder, 1,90 Meter gross und 89 Kilogramm schwer. Der 16-jährige Jan Tanner aus Fahrweid bringt die optimalen Voraussetzungen für die Position des rechten Rückraumspielers mit. Doch der junge Limmattaler hat die Gardemasse nicht nur, er weiss diese auch einzusetzen. Vor vier Wochen bekam der Nachwuchsspieler von GC Amicitia Zürich ein Aufgebot für die U19-Nationalmannschaft. Mit der Nachwuchs-Auswahl, in der Tanner zur Stammformation zählt, reist er Ende Oktober nach Katar, wo mehrere Länderspiele auf dem Programm stehen.

Seit drei Jahren beim Sport

Stammspieler als zweitjüngster Akteur im Kader – eine erstaunliche Leistung. Doch die Leistung wird noch viel erstaunlicher, wenn Tanner erzählt, wie lange er Handball spielt. «Ich habe erst vor etwa drei Jahren begonnen», sagt er. Zuvor spielte er hobbymässig Fussball. Meist stand er dabei als Goalie zwischen den Pfosten. Ein Freund nahm ihn zu einem Handballspiel der U15 des HC Limmat mit. Da die Mannschaft zu wenig Spieler hatte, versuchte sich Tanner als Handballer. Zuerst sei er auch Torhüter gewesen, erzählt er. «Doch dann merkten meine Teamkollegen, dass ich Linkshänder bin. In Kombination mit meiner Grösse ist das selten und so habe ich mich auf dem Feld versucht.»Mit Erfolg, denn nur ein halbes Jahr später wollte ihn GC Amicitia Zürich.

Seit gut zwei Jahren spielt er nun für die Stadtzürcher und war dabei sowohl in der U15- als auch in der U17-Auswahl Torschützenkönig. Sein Erfolgsrezept? «Ich habe einen dynamischen Arm, wie wir das nennen. Ich kann den Ball also auch aus dem Stand sehr stark beschleunigen und schiesse so viele Tore», sagt er und es klingt, als wäre es die einfachste Sache der Welt.

Der Traum von der Bundesliga

Seinem Verein ist Tanners Talent nicht verborgen geblieben. Letzten Sommer unterschrieb er einen Dreijahresvertrag bei GC, wo er momentan in der 1. Liga spielt. Neben den zehn Stunden Training pro Woche, absolviert Tanner eine Sportlehre als Elektriker. Die Belastung mit Ausbildung und Sport ist dennoch gross. «Die Zeit zum Lernen ist knapp. Ich muss abklären, ob es möglich ist, dass ich nur noch 80 Prozent arbeite», so Tanner.

Was er nach seiner abgeschlossenen Lehre machen will, weiss er genau. «Ich will Handballprofi werden.» Wo er einmal seine Brötchen verdienen will, weiss er ebenfalls: Der Bundesligist THW Kiel hat es ihm angetan. «Die Mannschaft gefällt mir und sie spielen sehr gut», meint er schmunzelnd. Wenn Jan Tanner sein Entwicklungstempo beibehalten kann, dann steht einer Profikarriere nichts mehr im Weg – vielleicht eines Tages im schwarz-weissen Dress seines Lieblingvereins, des THW Kiel.