An den Olympischen Spielen in Sotschi standen sie zusammen auf dem Eis und mussten sich am Ende mit dem ernüchternden Ledermedaillen-Platz 4 begnügen. Mirjam Ott als Skip und Alina Pätz als Ersatzspielerin. Im Idealfall stehen die beiden 2018 im südkoreanischen Pyeongchang wieder zusammen auf dem Eis und reisen dann mit Edelmetall im Swiss-Olympic-Koffer heim. Das zumindest ist der Plan. Ott dann als Trainerin und Pätz als Skip des Curling Teams Baden Regio.

Nach einer Bedenkzeit hat sich die erfolgreichste Schweizer Curlerin der letzten zwei Dekaden dazu entschlossen, kurz nach ihrem Rücktritt als Spielerin bei Baden Regio als Trainerin anzufangen. «Sie musste sich zuerst klar werden, ob sie genug weit weg vom aktiven Sport ist», schmunzelt Alina Pätz. Ob sie ein Spiel von der Trainerbank aus überhaupt besonnen verfolgen kann oder ob die Leidenschaft sie plötzlich reflexartig zum Besen greifen lässt.

Keine Bedenken zur neuen Konstellation

Offensichtlich kam die Silbermedaillengewinnerin der Olympischen Spiele 2002 in Salt Lake City und 2006 in Turin zum Ergebnis, dass sie distanziert genug ist. «Wir freuen uns darüber», sagt die 24-jährige Urdorferin Alina Pätz. Was die neue Rollenverteilung angeht, hat die Studentin, die 2012 mit Ott Weltmeisterin wurde, keine Bedenken: «Nein, wir kennen uns schon so lange und jede ist sich ihrer Rolle bewusst.» Dass diese nicht die gleiche sei, wie zur Zeit, als sie miteinander gespielt hätten, sei klar.

Zum ambitionierten Team von Baden Regio gehören neben Alina Pätz die drei Bernerinnen Nicole Schwägli (27), Marisa Winkelhausen (26) und Nadine Lehmann (23). «Weil wir in Zukunft einen Gang höher schalten, wurde das für Luzia Ebnöther aus beruflichen Gründen zu viel», sagt Pätz. Die Vizeweltmeisterin von 2000 und Olympia-Zweite von 2002 war vor Ott Coach von Baden Regio. Ergo musste sich das Badener Quartett fragen, was man jetzt am ehesten braucht? «Wir sind schnell zum Schluss gekommen, dass dies der Faktor Erfahrung ist und Mirjam Ott hat davon mehr als genug», hält Pätz fest.

Hoffen auf entscheidende Inputs

In der Tat, immerhin war Ott schon 1996 Europameisterin. So kam der Deal letztlich zustande. «Sie kann uns taktische Tipps geben oder uns punkto Vorbereitung auf und neben dem Eis beraten und noch vieles mehr», sagt Pätz. Der Fundus einer so routinierten Spielerin wie Mirjam Ott ist schier unerschöpflich und füllte problemlos einen Luxusdampfer. Von diesen zig tausend Stunden Curling überall auf dem Globus erhofft sich Baden Regio fortan entscheidende Inputs. «Programmerweiterungen» quasi, die schliesslich in die Olympischen Spiele 2018 münden sollen.

Baden Regio startet in Kanada in die Saison

Schon 2015 steht die WM in Japan an. Pätz: «Klar ist es unser Ziel, uns via Schweizer Meisterschaft dafür zu qualifizieren.» Vielleicht liefert Ott die entscheidenden, bislang fehlenden PS. Den ersten Wettkampf der neuen Saison werden die Frauen von Baden Regio in Kanada bestreiten. Im September gehts für zwei Wochen Richtung Nordamerika zum Trainingslager und zu eben zwei Wettkämpfen. Betriebswirtschafterin Mirjam Ott, die bei der Hypothekarbank Lenzburg arbeitet, wird nicht mitreisen. Pätz: «Nein, das hätte für sie beruflich und für uns finanziell ein Problem gegeben. Aber sie wird uns aus der Ferne unterstützen.» Sollte die Reise des Teams von Baden Regio und Mirjam Ott indes wirklich bis Pyeongchang führen, wäre die Trainerin dannzumal gewiss an ihren fünften Olympischen Spielen mit von der Partie.