3. Liga
Mit dem Mut der Überzeugung

Rückkehrer Limmattal Wings gibt sich in der Zielsetzung forsch: Die Meisterrunde soll es sein.

Raphael Biermayr
Merken
Drucken
Teilen

Limmattaler Zeitung

«Der Ligaerhalt? Das Minimalziel.» TK-Chef Lolo Bertschmann bringt die Stimmungslage der Limmattal Wings auf den Punkt. Das Team strotzt vor Selbstvertrauen nach der direkten Rückkehr in die 3.Liga. Der Grund dafür ist die ausserordentlich gute Transferbilanz: Fabian Meier ist der Name eines neuen Torhüters sowie eines Stürmers, die beide über 1.-Liga-Erfahrung verfügen (in Wettingen respektive Bülach).

Dazu kommen noch drei weitere Zuzüge, die in höheren Ligen agierten sowie mit Ken Walliser eine bewährte Kraft von Wettingen-Baden, die mit einer B-Lizenz für die Wings aufläuft. Der gemäss Bertschmann «deutliche Gewinn an Qualität» im Team sei denn auch der Grund für die mutige Zielsetzung: Meisterrunde, also ein Platz unter den ersten vier. Damit kommen die Wings möglicherweise ins Gehege mit dem Lokalrivalen Urdorf, gegen den sie am 26. Oktober zum ersten Derby laden. Das erste Match bestreiten sie heute Abend in Hochdorf gegen Seetal.

Ein Dreigestirn führt das Team

In der Vorbereitung überzeugten die ohne Niederlage gebliebenen Wings mit vielen Toren, gleichwohl sie auch viele kassierten (Tordifferenz von 25:15 in vier Matches). «Wir haben seit Januar kein Spiel mehr verloren», sagt Bertschmann mit einem Augenzwinkern, doch auch mit der Überzeugung, dass die Mannschaft «sehr weit» sei, gerade in Anbetracht der gewichtigen Absenzen.

Geführt wird das Team von einer Troika, bestehend aus den Trainern Mike Weiss (Vereinspräsident), Jürg Brügger und eben Bertschmann. Während der vergangenen Spielzeit hat man sich einspielen können: Brügger ist die graue (Taktik-)Eminenz im Hintergrund, Weiss amtet während der Spiele als Cheftrainer, Bertschmann, der selbst noch spielt, hat bezüglich der Aufstellung und Ausrichtung eine Beraterfunktion inne.

So weit, so gut. Doch was ist, wenn es nicht laufen sollte? Vor einiger Zeit gab es öfter Zoff auf der Bank, als der damals verletzte Spieler Mike Weiss sich als Coach versuchte. Er wurde von langjährigen, impulsiven Teamkollegen wie Cyrill Hruby und Jürg Dietiker schlichtweg nicht ernst genommen. «Natürlich gibt es auch heute in den Emotionen noch Sprüche von gewissen Spielern, doch Mike kennt die Spieler ja, und weiss, wie er mit ihnen umgehen muss», sagt Bertschmann.

Diese Emotionen sind es schliesslich, die zu den Wings gehören. Denn es gilt wie seit je für die Stimmungstäter aus dem Wettinger Exil: Erfolg ist in erster Linie das Produkt von Wille mal Überzeugung.