PluSport Limmattal

«Menschen mit Handicap zu trainieren, erfordert vor allem viel Geduld und individuelle Betreuung»

Mit grossem Fokus führen die Teilnehmenden im Karatetraining ihre Bewegungen aus.

Mit grossem Fokus führen die Teilnehmenden im Karatetraining ihre Bewegungen aus.

PluSport Limmattal will Menschen mit Behinderung im Training näher zusammenbringen

Die Stimmung im Karatetraining in der Halle der heilpädagogischen Schule in Dietikon ist gut. Konzentriert folgen die Teilnehmenden den Anweisungen von Trainer Anto Grgić und führen die Übungen mit grossem Elan aus. «Menschen mit Handicap zu trainieren, erfordert vor allem viel Geduld und individuelle Betreuung», sagt der Trainingsleiter. «Die Erklärungen sind teils unterschiedlich und ab und zu braucht es einen Versuch mehr. Dann funktioniert es aber bestens».

Anto Grgić übt seit 1977 Karate aus und leitet in Schlieren ein Karate-Dojo. Auch im Trainieren von Menschen mit einer Behinderung verfügt er über sehr viel Erfahrung. Nicht zu unterschätzen ist der Niveauunterschied innerhalb der Gruppe, das macht die Aufgabe für Grgić etwas komplizierter, «doch diese Herausforderung ist sehr interessant.»

Schnellere Fortschritte dank Hilfe

«Es ist nicht immer einfach, Leute mit der richtigen Ausbildung zu finden», sagt Elsbeth Fuhrer, Technische Leiterin und Interimspräsidentin von PluSport Limmattal. Der Verein bietet in der Region Sportangebote für Menschen mit Behinderung an. Im Karatetraining steht Grgić in der Turnhalle mit Ines Schaufelberger eine Assistentin zur Seite, was vor allem die individuelle Betreuung der einzelnen Schüler viel einfacher macht. Schaufelberger nimmt schon während den Übungen Korrekturen vor und die Karateschüler erzielen so schneller Fortschritte.

Die Gruppe ist an diesem frühen Dienstagabend bunt durchmischt. So trainieren auch ein Rollstuhlfahrer und ein sehbehinderter Mann mit – ganz im Sinne des offiziellen Mottos «Karate für alle». Das Ziel für die Teilnehmer ist es, am Ende des Kurses erfolgreich die Prüfung für den nächsten Gurt ablegen zu können. Dafür scheinen die beflissenen Karateanfänger auf gutem Weg zu sein.

Aufwand lohnt sich

Elsbeth Fuhrer ist mit grosser Leidenschaft bei PluSport Limmattal engagiert und wendet viel Zeit dafür auf. Auch deshalb übernahm sie interimistisch das Präsidium, weil zurzeit niemand für das Amt zu finden sei. «Da muss ich schon einige Stunden zusätzliche Arbeit investieren», sagt sie bescheiden.

Die Koordination mit den Schulen, um freie Trainingshallen zu bekommen, sowie die Rekrutierung und behindertengerechte Weiterbildung von Trainern erfordern viel Organisationsaufwand. Dieser lohnt sich aber, denn so ist das Programm, das im Moment angeboten wird, breit gefächert und ermöglicht Menschen in der Region, sich an vier Abenden pro Woche in der Gruppe sportlich zu betätigen.

Gemeinschaftsgefühl ist wichtig

Bei den vielfältigen Angeboten von PluSport Limmattal steht nicht nur um das Ausführen einer spezifischen Disziplin im Fokus. «So geht es im Karatetraining nicht hauptsächlich ums Karate, sondern vor allem darum, die Koordination zu steigern und verschiedenste Bewegungsabläufe zu trainieren», sagt Fuhrer. Ebenfalls ein wichtiger Aspekt des Trainings in der Gruppe ist der soziale Zusammenhalt. Jeweils am Donnerstag gibt es spezifische Angebote für Kinder und Jugendliche. Die Nachwuchsförderung ist ein «Stützpfeiler» der Vereinsarbeit, sagt Fuhrer.

Zudem betont sie, wie wichtig die Zusammenarbeit mit Sportvereinen in der Region ist. Man ziele darauf ab, gemeinsame Anlässe auf die Beine zu stellen und so noch mehr Menschen mit dem Angebot für Behindertensport zu erreichen. Ein Schwerpunkt stellt laut Fuhrer zurzeit auch die Förderung von Trendsportarten dar. Das Programm solle immer wieder angepasst und weiterentwickelt werden, sagt die Präsidentin.

Elsbeth Fuhrer, Technische Leiterin und Interimspräsidentin von PluSport Limmattal.

Elsbeth Fuhrer, Technische Leiterin und Interimspräsidentin von PluSport Limmattal.

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