Mario Cantaluppi, wie ist das Engagement bei Servette zustande gekommen?

Das ist über Pascal Zuberbühler gelaufen. Er hat mich angefragt und gesagt, Servette brauche einen Assistenztrainer. Für mich ist das eine sehr gute Option, denn Servette ist ein ambitionierter Verein. Zudem ist es im heutigen Fussballbusiness nicht einfach, einen Job zu finden, der Markt ist klein.

Aber Zuberbühler ist doch Torwarttrainer?

Er ist mehr als nur Torhütertrainer. Er arbeitet eng mit dem Präsidenten Hugh Quennec und Sportdirektor Loïc Favre zusammen und hilft so auch in der sportlichen Leitung mit.

Ist diese Stelle ein 100-Prozent-Pensum?

Ja. Wenn ein Team den Aufstieg als Ziel hat, ist Assistenztrainer ein Fulltime-Job. Da reichen keine halben Sachen.

Servette ist ein angeschlagener Verein. Hat der Verein auf diese Saison hin bei null begonnen?

Ich würde nicht von einem Neuanfang in dem Sinn sprechen. Es sind einige Baustellen vorhanden. Das Wichtigste ist die Jugendförderung, ohne jedoch den verfrühten Einsatz von Jungen in der ersten Mannschaft zu forcieren. Nachwuchsspieler müssen Erfahrung sammeln und aus ihren Fehlern lernen können. Der FC Basel ist auch nicht von einem Jahr aufs andere gross geworden. Wir müssen nachhaltig arbeiten, die Infrastruktur und die Voraussetzungen stimmen bereits.

Momentan steht Servette im Mittelfeld. Ist der Aufstieg realistisch?

Die acht Punkte Rückstand auf Vaduz und Schaffhausen sind nicht alle Welt. Aber wir konzentrieren uns nicht auf die Rangliste. Ruhe und Geduld sind die Stichworte.

Rückblende: Wieso hat es mit Ihrem vorherigen Engagement beim Erstligisten Dornach (nach Abstieg jetzt Gegner Dietikons, Anm. d. Red.) nicht funktioniert?

Ich habe nach viereinhalb Monaten gesehen, dass es nichts wird. Ohne böse nachreden zu wollen: Jetzt sehe ich, wo Dornach steht. Es war ein richtiger Entscheid, zu gehen, aber die Trennung lief im fairen Rahmen und im gegenseitigen Einvernehmen.

Was sind Ihre persönlichen Ziele in den nächsten Jahren?

Es bleibt mein Traum, Trainer in der Super League zu sein. Aber die Ungeduld, die ich als Fussballer noch hatte, habe ich abgelegt. Als Assistenztrainer bei Servette bin ich momentan gut aufgehoben.