Urdorf
«Mein Fuss freut sich auf das Saisonende»

Die Urdorfer Skiakrobatin Tanja Schärer schafft kurz vor Saisonschluss in Mins ihren ersten Weltcup-Podestplatz. Seit Saisonbeginn springt sie mit einer Bänderverletzung ist ist deshalb froh, wenn die Saison bald zu Ende geht.

Raphael Biermayr
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Premiere: Tanja Schärer aus Urdorf (l.) ist in Minsk zum ersten Mal Teil einer Weltcup-Siegehrung.key

Premiere: Tanja Schärer aus Urdorf (l.) ist in Minsk zum ersten Mal Teil einer Weltcup-Siegehrung.key

Tanja Schärer stand am vergangenen Wochenende zum ersten Mal auf einem Weltcup-Podest. Ihr zweiter Platz in Minsk bedeutet den ersten Medaillengewinn einer Schweizerin seit Evelyn Leus Silber in Calgary im Januar 2010. Die begeisterungsfähige Schärer, die in der Gesamtwertung Platz vier belegt, wirkt am Telefon trotz dieser Parforceleistung erstaunlich gelassen. Die 22-jährige Urdorferin sagt: «In meinem Sport gibt es immer Hochs und Tiefs.»

Tanja Schärer, wussten Sie bereits nach der gelungenen Landung des letzten Sprungs, dass Sie eine Medaille gewinnen würden?

Tanja Schärer: Ich hatte keinen Plan, wie viele Punkte ich erhalten hatte - schliesslich war alles auf Russisch kommentiert. Vor dem letzten Sprung sah ich irgendwann auf der Rangliste, dass ich Vierte war; das hat mich doch etwas überrascht. Eine ukrainische Konkurrentin sagte mir, dass es für das Podest reichen würde. Ich liess mich nicht nervös machen - und schaffte es tatsächlich. Es war sogar knapp zum ersten Rang.

Sind Sie enttäuscht, dass es nicht zum Sieg gereicht hat?

Auf keinen Fall.

Worauf führen Sie den Erfolg zurück?

Nach dem Weltcup in Kreischberg in der Woche vorher (Schärer verzeichnete als 11. die schlechteste Platzierung des Winters, Anm. d. Red.) war ich ziemlich down. Mein Vater war extra angereist, aber ich war müde und hatte keine Lust mehr, mir gelang nichts. Anschliessend verbrachte ich vier Tage in Wien, wo ich die Batterien aufladen und Motivation tanken konnte.

Welche Reaktionen haben Sie auf die Premiere erhalten?

Viele, viele haben mir gratuliert. Besonders gefreut habe ich mich über die Glückwünsche der Olympiasiegerin aus Australien (Lydia Lassila) und der aktuellen Weltcupleaderin (Mengtao Xu), die in Minsk nicht am Start war.

Erwarten Sie nun mehr von sich?

In Anbetracht dessen, dass die Schwierigkeit meiner Sprünge weiter zunimmt, ist das sicher eine gute Voraussetzung für die Zukunft.

Was steht als Nächstes an?

Eigentlich wollten wir zum Trainieren nach Sotschi, doch die Bedingungen dort sind noch schlechter als hier. Wir trainieren deshalb noch eine Woche in Minsk, bevor es per Zug in einer Nacht nach Moskau geht. Dann ist die Saison bald fertig. Mein Fuss freut sich mega auf das Ende - er schmerzt immer mehr (Schärer springt seit Saisonbeginn mit einer Bänderverletzung).