Birmensdorf
Markus Urech: Die Lunge des Limmattals startet am Gigathlon

Menschlich ist dieser Gigathlon wahrlich nicht. In etwas mehr als zwei Tagen müssen im Wallis 340 km und 11111 Höhenmeter zurückgelegt werden. All dies verteilt auf Laufen, Schwimmen, Inlineskaten, Velo fahren und Biken.

Jonas Burch
Merken
Drucken
Teilen
Markus Urech nimmt bereits zum dritten Mal am Gigathlon teil. JBU

Markus Urech nimmt bereits zum dritten Mal am Gigathlon teil. JBU

Und das soll machbar sein? Für den Birmensdorfer Markus Urech schon. Er startet bereits zum dritten Mal als Single-Athlet an einem Schweizer Gigathlon. Alle zwei Jahre nimmt Urech an diesem Mammut-Event teil. «Über drei Monate hinweg habe ich mich intensiv auf den Wettkampf vorbereitet, und bis zu 50 Stunden monatlich trainiert.»

Wie 2009 will er auch in diesem Jahr ins Ziel kommen. Auf welchem Rang ist vollkommen egal. Nur: Wenn Athleten zu einer bestimmten Zeit nicht an den Etappenorten eintreffen, dürfen sie gleichentags nicht mehr an den weiteren Etappen teilnehmen und fallen aus der Gesamtrangliste. Dies erlebte Urech kurz vor dem Ziel des 4. Tages am Oneweek Gigathlon 2007. So wollen es die Regeln.

Von Spaghetti und Linzertorten

Aber der 53-Jährige weiss: Auch in diesem Jahr wird der Gigathlon ein prägendes Erlebnis. «Man geht an seine eigenen körperlichen und psychischen Grenzen. Die Vorbereitung und der Gigathlon selber sind einfach einmalig», schwärmt der IT-Projektleiter. Nach zwei Teilnahmen könnte Urech schon Hunderte Anekdoten erzählen.

Geblieben ist ihm vor allem dieses eindringliche Erlebnis: «Als ich 2007 auf der Schlussetappe des 4. Tages mit den Skates unterwegs war, funkte ich meinem Schwager Ueli Wigger, der mich als Supporter begleitet, er solle mir am Ziel Spaghetti zur Stärkung bereithalten. Als ich eine Stunde später dort ankam, sagte ich nur: Hör mir auf mit Spaghetti, jetzt braucht mein Körper eine Linzertorte.» Er erinnert sich genau an diese Szene, weil sie perfekt aufzeigt, welche Körperbeherrschung ein solcher Gigathlon abverlangt. «Der Körper zeigt mir eindrücklich, was ich essen und trinken soll», ergänzt er.

Über Sion nach Zermatt

Die diesjährige Gigathlon-Strecke führt, vereinfacht gesagt, von Leukerbad über Sion nach Zermatt. Wie immer hat sich Urech auch diesmal ein persönliches Bild von der Strecke gemacht. «Sehr anspruchsvoll», seufzt er. Aber machbar. Gewisse Passagen hat der gelernte Sportlehrer bereits selber getestet – und ist trotz hohem Anspruch begeistert: «Ein idyllischer Kurs mit einem unglaublichen Panorama.»

Nur vor etwas hat Urech besonders Respekt: vor Stürzen. «Denn Stürze führen nicht selten zu Verletzungen», so der Limmattaler, und zeigt auf seinen gebrochenen Finger: «Wegen Nichtbeherrschen der Inlineskates, aber geht schon. Die Wetterprognosen sind ja zum Glück durchwegs angenehm und damit ist auch die Sturzgefahr reduziert.»

Das Limmattal als Trainingsplatz

Das Limmattal bietet dem Gigathleten alles, um sich ausgiebig auf den Anlass vorbereiten zu können. Wald, Schwimmbäder, Strassen und Radwege. Die Disziplinen führt Urech oft nicht einzeln aus, sondern versucht mehrere miteinander zu verbinden. «Das simuliert den richtigen Ablauf eines Gigathlons», weiss er.

Eine Lieblingsdisziplin gibt es übrigens nicht. Urech macht alles gerne. «Ich bin in allem etwa gleich schnell, oder gleich langsam, je nach Sichtweise», witzelt er. Die Vorfreude auf den Event ist spürbar. Kondition und Wille sind auf Topniveau. «Mit der dritten Teilnahme fühle ich mich schon wie ein kleiner Routinier. Ich kann abschätzen, was da auf mich zukommen wird», schmunzelt Urech.