Futsal
Marco Primerano: «Einen Traum erfüllt»

Marco Primerano ist GRünder, Präsident, Trainer, Spieler und Webmaster beim Urban Futsal Club Zürich. Der Schlieremer ist der «Mister UFC Zürich».

Melanie Wirz
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Marco Primerano

Marco Primerano

Limmattaler Zeitung

Viele Futsal-Spieler beginnen ihre sportliche Laufbahn mit dem klassischen Rasenfussball. Auch Marco Primerano entdeckte seine Leidenschaft für den Sport mit dem runden Leder früh. Der heute 26-Jährige hatte die Chance, im Spitzenfussball vorne mitzuwirken. Als er beim FC Zürich in der U17-Mannschaft spielte und zeitgleich eine Ausbildung zum kaufmännischen Angestellten begann, entschied sich Primerano für die berufliche Laufbahn. «Diese Entscheidung habe ich bis heute nie bereut», sagt der Schlieremer.

Das hat auch einen bestimmten Grund. Nach einigen Jahren ohne Fussball konnte ihn sein jüngerer Bruder Carlo für Futsal begeistern. Der Hallensport wurde zur gemeinsamen Leidenschaft. Zusammen spielten die Brüder bei US Avellino Zurigo, bis sich der Ältere die Idee in den Kopf setzte, selbst einen Verein zu gründen. «Bei Avellino lief nicht alles so, wie ich es mir wünschte. Ausserdem hat mich die Sportart Futsal so in ihren Bann gezogen, dass ich entschloss, selbst etwas auf die Beine zu stellen», erklärt Primerano.

Alles in einer Person

Genau am 5. Februar 2009 wurde aus seiner Idee Tatsache. Primerano, der als operativer Einkäufer bei der VBZ für die Stadt Zürich arbeitet, konnte seinen Bruder für das Projekt «Urban Futsal Zürich» begeistern. Zusammen holten sie einen weiteren Kollegen ins Boot, der als Finanzchef mitwirken sollte. Als genügend Spieler vorhanden waren, stiegen sie als Mannschaft in der tiefsten Futsal-Liga der Schweiz, der NLB, ins Spielgeschehen ein. Der Vertrag zum eigenen Verein war besiegelt. Primerano ist heute nicht nur Gründer, sondern auch Präsident, Webmaster, Trainer und Spieler bei Urban Futsal. «Es ist ein sehr zeitaufwendiges Hobby. Vor allem ist alles ehrenamtlich. Doch unser Verein verkörpert einen Traum, den wir uns erfüllt haben.»

90 Prozent ehemalige Fussballspieler

Und dieser Klub ist in ständiger Bewegung. 2010 stieg das Team in die NLA auf. «Mit diesem Aufstieg konnten wir viele neue Spieler an Land ziehen», weiss der Kaufmännische Angestellte, «90 Prozent davon sind ehemalige Fussballspieler.» Doch was begeistert so sehr an dieser Sportart? «Es ist ein Spiel voller Emotionen und Leidenschaft. Durch den schnellen Schlagabtausch ist für permanente Spannung mit spektakulären Toren garantiert.

Ich bin einfach davon überzeugt, dass Futsal in den nächsten Jahren boomen wird» so Primerano begeistert. Eines der grössten Ziele, das dem Limmattaler Allrounder hoffentlich bald bevor steht, ist die Gründung einer Juniorenabteilung. Ohne Einnahmen ist dies allerdings keine einfach umsetzbare Vision. «Was wir brauchen, sind Sponsoren und die Unterstützung diverser externer Institutionen. Wir sind ständig dabei, die ganze Futsal-Abteilung der Schweiz zu fördern», sagt Primerano voller Überzeugung.

«Gold wert»

Der junge Mann erzählt, woran er festhält, was ihn strahlen lässt. Futsal ist ein fester Bestandteil in seinem Leben geworden. Und die Tatsache, dass er einer gemeinsamen Leidenschaft und einem gemeinsamen Projekt mit seinem Bruder nachgehen kann, bezeichnet Primerano als «Gold wert»: «Urban Futsal ist unser gemeinsamer Nenner. Die Bruderliebe hat sich dadurch nur verstärkt», sagt Primerano mit einem Lächeln im Gesicht. Und eines ist für ihn klar: Zum Rasenfussball wird er nie wieder wechseln.