Marathon
Marathon durch Regenpfützen in Zürich

Der 10. Zürich Marathon hat in der zehnten Ausgabe Tausende auf die Strassen gelockt: Das Aprilwetter liess beim keine Streckenrekorde zu. Die Bernerin Maya Neuenschwander aber löste ihr Olympia-Ticket.

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Marathonteilnehmer rennen im strömenden Regen am 10. Zürich Marathon.

Marathonteilnehmer rennen im strömenden Regen am 10. Zürich Marathon.

Walter Bieri

Nebst Spitzenathleten und Breitensportler nahmen ab halb Neun Uhr morgens auch Prominente die 42,195 Kilometer lange Strecke um das Zürcher Seebecken unter die Turnschuhe, und das bei garstigem Aprilwetter.

Doch nicht alle konnten sich bei diesem Wetter – von Sonnenschein über Regen bis hin zu Graupelschauern – für einen Lauf erwärmen: Von 8646 angemeldeten Läuferinnen und Läufern starteten insgesamt 7828 in verschiedenen Kategorien. 7649 wurden letztlich klassiert. 179 Marathonsportler standen zum zehnten Mal am Start.

«Mir fehlen die Worte ...»

20 Minuten nach dem Start der Spitzenläufer setzte der Regen ein, begleitet von starken Windböen. Kurz vor dem Zieleinlauf des Herrensiegers Franklin Chepkwony aus Kenia (Zeit 2:10:57) riss die Wolkendecke wieder auf. Als erste Frau rannte die Äthiopierin Workenesh Tola über die Ziellinie (Zeit 2:31:23), gefolgt von Maja Neuenschwander. Die
32-jährige Bernerin knackte damit die Limite für die Olympischen Spiele in London: Mit 2:31:56 blieb sie um 64 Sekunden unter dem geforderten Wert. «Ich bin glücklich. Mir fehlen die Worte...», so ihre erste Reaktion nach dem Zieleinlauf. «Man darf sich vom Wetter nicht zu stark beeinflussen lassen. Ich wusste, dass ich
in Form bin.»

Den Wetterbedingungen zum Trotz hatte Rennarzt Martin Narozny von der Sportclinic Zürich gemäss Mitteilung der Organisatoren weniger zu tun als noch vor einem Jahr: «Statt um 91 musste sich das Sanitätsteam diesmal um nur 40 Athleten kümmern.» Zwei Sportler hätten ins Krankenhaus gebracht werden müssen, einer wegen eines instabilen Kreislaufes, einer wegen des Verdachts auf einen Ermüdungsbruch. Bei den übrigen Fällen seien Unterkühlung, Erschöpfung und Krämpfe die Ursache für eine Behandlung gewesen. Die Organisatoren zeigten sich zufrieden und wanden den Finishern ein Kränzchen: «Die Breitensportler haben bewiesen, dass sie nicht nur fit, sondern auch hart im Nehmen sind.» (SI/ksc)