Handball

Mara Beck zwischen GC Amicitia, Nationalteam und Schule

Die 16-jährige Mara Beck steht unter Druck, sowohl im Sport als auch in der Schule. «Ich brauche Druck um Leistung zu erbringen», sagt sie. Greb

Die 16-jährige Mara Beck steht unter Druck, sowohl im Sport als auch in der Schule. «Ich brauche Druck um Leistung zu erbringen», sagt sie. Greb

Das Leben von Mara Beck spielt sich fast ausschliesslich auf den Schienen Sport und Schule ab. «Es lohnt sich zu investieren», ist sie überzeugt. An der Motivation mangelt es nicht. Perspektiven sind auf beiden Ebenen vorhanden.

In den letzten Spielminuten benötigte sie Trainerin Luzia Bühler nicht mehr. Der Sieg über Schlusslicht Kreuzlingen war den U19-Handballerinnen von GC Amicitia nicht mehr zu nehmen. Mara Beck konnte sich auf der Auswechselbank bereits erholen. 14 Tore hatte die 16-Jährige beigesteuert, hatte somit sozusagen für die Differenz gesorgt.

Es hätte ein kurzes Durchatmen sein können, denn im Anschluss an diese Juniorinnen-Partie massen sich die Stadtzürcher SPL-Handballerinnen mit LK Zug. Für Mara Beck wäre es die dritte Partie mit dem Fanionteam gewesen. Die Weichen aber stellten die Teamverantwortlichen bereits in den Vortagen anders: «Wir haben am Wochenende Mara im Nachwuchs eingesetzt», sagte Bühler. Darum spielte sie sowohl in der U17- als auch in der U19-Auswahl.

Strukturierter Alltag

Mara Beck schaute sich die Partie ihrer SPLTeamkolleginnen nicht an. «Ich will heim, will für die anstehenden Prüfungen in der Schule lernen», meint sie. Auch als Gymnasiastin ist sie gefordert. Die Doppelbelastung von Schule und Leistungssport verlangt ein striktes Zeitmanagement. Zu den 34 Lektionen in der Schule kommen rund 30 Stunden für den Sport – vier Trainingsabende à je zweieinhalb Stunden, zwei Spiele am Wochenende und viel Reisezeit. Das geht nur mit Unterstützung. Die Eltern Markus und Monika fahren sie meist mit dem Auto zu den Trainings und danach wieder zurück. Und trotzdem ist es mehr die Regel denn die Ausnahme, dass sie abends um 22.30 Uhr mit dem Lernen beginnt, im Wissen, dass der Wecker am nächsten Morgen bereits früh wieder schrillt. Fühlt sich Mara Beck da nicht unter stetem Druck? Sie lacht: «Phasenweise, doch, aber Druck brauche ich um Leistung zu erbringen.»

Das Leben von Mara Beck spielt sich fast ausschliesslich auf den Schienen Sport und Schule ab. «Es lohnt sich zu investieren», ist sie überzeugt. An der Motivation mangelt es nicht. Perspektiven sind auf beiden Ebenen vorhanden. Als Handballerin fährt die 1,80 m grosse Rechtshänderin, die Verantwortung im Angriff wie in der Deckung übernimmt, nächstens mit dem U18-Nationalteam ans renommierte Länderturnier nach Paris. Und Absicht ist es ebenso, im NLA-Team rasch Fuss zu fassen. Auf höchster Frauenstufe wird ein dynamischerer, rascherer Handball gespielt als bei den Juniorinnen. Mehr Kraft ist im Spiel. Für Mara Beck ist das reizvoll. Um für die oberste Spielklasse fit zu sein, muss sich im athletischen Bereich noch steigern.

Leistungssprung

Mit Spannung verfolgt U19-Trainerin Bühler den Werdegang von Mara Beck. Sie hebt die «guten physischen Voraussetzungen» hervor, lobt ihren «Wurf und ihr Systemverständnis in der Verteidigung». Gerade diese Kombination von Qualitäten in der Offensive wie der Defensive streicht sie hervor. Und sie attestiert der jungen Spielerin «enorme Fortschritte in dieser Saison». Mara Beck entwickle einen seltenen Druck aufs gegnerische Tor, «Sie geht immer dorthin, wo’s wehtut». Das sind vielversprechende Qualitäten. Bühler ist überzeugt: «Mara bringt die Voraussetzungen mit, um es bis in die Nationalmannschaft zu bringen.»

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